Sei es täglich oder auch nur im Wochenvergleich: Die Infektionskurve zeigt bei Covid 19 eindeutig nach oben, und das bei sämtlichen Parametern. „Tatsächlich rollt aber jetzt nicht nur die nächste Coronawelle, sondern eine regelrechte Infektionswelle“, so Dr. Eugen Sleiter, Basisarzt in Dorf Tirol.<BR /><BR />Neuinfektionen, Wocheninzidenz, Hospitalisierungen, Quarantäne und nicht zuletzt – leider – auch bei den Todesfällen: Die Zahlen steigen. Bei Covid-19 wohlgemerkt, denn kein anderer Krankheitserreger ist derzeit so genau monitoriert wie das Coronavirus in all seinen Facetten. BJ.1 heißt die neueste, höchstwahrscheinlich noch hochinfektiösere Omikron-Subvariante, die dieser Tage in Österreich erstmals nachgewiesen wurde. <BR /><BR />Und die Auslöser oder „Beschleuniger“ dieser neu aufkommenden Welle sind leicht ausgemacht: Mit steigender Intensität zwischenmenschlicher Kontakte (Schule, Kindergärten, Feste, Versammlungen oder das „Zomhuckn“ beim Törggelen ...) und gleichzeitigem Jahreszeitenwechsel steigt auch das Infektionsrisiko. Für Covid-19 wohlgemerkt, um den Satz von vorher zu wiederholen. Aber auch, um sich andere, meist grippeähnliche Infekte einzufangen.<h3> Es grassieren mehrere Infekte</h3> So weiß Dr. Eugen Sleiter, Basisarzt in Dorf Tirol, aus der eigenen Praxis und dem Austausch mit anderen Kollegen zu berichten: „Tatsächlich rollt jetzt nicht nur die nächste Coronawelle, sondern eine regelrechte Infektionswelle. Noch nicht mit dem Grippevirus, sondern mit anderen grippeähnlichen Krankheitserregern. Para-Infekte“, wie es der Medizinier salopp nennt, wobei die Symptomatik einer Coronavirus-Infektion durchaus gleicht. Schnupfen, Halsweh, Kopfweh, Fieber, müde Augen...<BR /><BR />Je nach Immunsystem ist das eine oder andere dieser Symptome stärker ausgeprägt. Und das nicht ohne Grund, wie Dr. Sleiter erläutert: „Tatsächlich haben wir seit Pandemie-Ausbruch und unseren hygienischen Maßnahmen das Immunsystem ‚verwöhnt‘. Selbst die klassische Grippewelle gab es nicht wirklich. Und nun geht es uns wie den Kleinen im Kindergarten – kaum dort, schon stecken sich alle an und werden reihum krank.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="815834_image" /></div> <h3>Testen und Masken beim Arzt</h3>Einen Grund zur Besorgnis sieht der Arzt jedoch nicht, nimmt aber all jene in die „Eigenverantwortung“, die unter grippeähnlichen Symptomen leiden: „Wichtig ist, diese auszukurieren. Vor allem Atembeschwerden können auf eine Corona-Infektion hindeuten, dann sollte unbedingt der Hausarzt kontaktiert werden. Und: Wer zur Visite kommt, sollte weiterhin die hygienischen Maßnahmen – also Maske & Co – einhalten. Nämlich aus Rücksicht chronisch kranken Patienten gegenüber.“ <BR /><BR />Nicht zuletzt, weil die Parallelen von „Para-Infekt“ oder Corona es den Hausärzten in der diagnostischen Praxis nicht leicht machen. „Covid-19 lässt sich nur über einen Test ausschließen, weshalb dazu unbedingt anzuraten ist. Entweder zuhause, in den Apotheken oder beim jeweiligen Arzt“, sagt dazu Dr. Sleiter, der übrigens noch einen weiteren Corona-Infektions-Beschleuniger schon jetzt – nach nur wenigen Tagen – beobachtet hat: das Oktoberfest. Zwei CoV-Neuinfektionen nach der Rückkehr aus München hat der Arzt dieser Tage schon verzeichnet. <BR /><BR />Und wer dieses Phänomen der „Wiesn-Grippe“ aus früheren Zeiten kennt, der weiß aus eigener Erfahrung: Spätestens daheim ist dann das Maß voll – an verrotzten Tempotaschentüchern.