Wie „Il Messaggero“ berichtet soll Sempio am 31. August seinen Job in einem Telefonladen verlieren. Der Betreiber will wegen eines Wechsels der Geschäftsführung insgesamt vier Mitarbeiter entlassen, darunter auch den 38-jährigen Verkäufer. Sempio hofft offenbar darauf, später wieder eingestellt zu werden. Doch die große öffentliche Aufmerksamkeit, die inzwischen auf seiner Person liegt, könnte eine Rückkehr an den Verkaufstresen erschweren.<BR /><BR />Für ihn dürfte damit eine weitere schwierige Phase beginnen. Die Staatsanwaltschaft von Pavia will die neuen Ermittlungen bis zum 28. September abschließen. Anschließend könnten die Ergebnisse und die angeforderten Gutachten offiziell hinterlegt werden.<BR /><BR />Sempio steht dabei im Zentrum der Ermittlungen. Die Behörden prüfen den Verdacht, dass er für den Tod von Chiara Poggi verantwortlich sein könnte. Sollte es zu einer Anklage gegen Sempio kommen, könnte dies wiederum Auswirkungen auf das Verfahren gegen Alberto Stasi haben, der wegen des Mordes an Chiara Poggi rechtskräftig verurteilt wurde.<h3> Sempio lebt wieder bei seinen Eltern</h3>Auch privat hat sich das Leben des 38-Jährigen zuletzt stark verändert. Wie „Il Messaggero“ schreibt, musste Sempio bereits vor einigen Monaten seine Wohnung in Voghera verlassen. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Grund dafür soll unter anderem die enorme Aufmerksamkeit gewesen sein, die der Fall auf ihn und sein Umfeld gezogen hatte. Journalisten hätten vor dem Haus gewartet, während sich auch die Mitbewohner mit der Situation offenbar nicht wohlfühlten.<BR /><BR />Inzwischen lebt Sempio wieder in der Via Canova bei seinem Vater Giuseppe und seiner Mutter Daniela Ferrari. Die Mutter war erst vor zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden, nachdem sie wegen einer Medikamentendosis behandelt worden war. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/medikamentenueberdosis-mutter-von-andrea-sempio-ins-spital-eingeliefert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a><BR /><BR />Auch eine Auszeit scheint für Sempio derzeit kaum möglich. Nach Informationen des „Il Messaggero“ reichen die bislang angesammelten Urlaubstage nicht aus, um weitere längere Abwesenheiten von seinem Arbeitsplatz zu ermöglichen. Abgesehen davon bleiben ihm offenbar nur gelegentliche Abende mit Freunden.<h3> Der 28. September</h3>Während sich Sempios Alltag zunehmend verändert, arbeiten die Ermittler weiter an der neuen Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft versucht, ihre Hypothese durch zusätzliche Untersuchungen und Gutachten zu untermauern.<BR /><BR />Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Sempio tatsächlich für den Mord verantwortlich sein könnte – und damit eine völlig neue Version der Ereignisse vor 19 Jahren entstehen würde.<BR /><BR />Die Vorermittlungen wurden bis zum 28. September verlängert. Danach könnte sich entscheiden, wie es mit dem Verfahren gegen Sempio weitergeht. Eine mögliche Anklage hätte zugleich Konsequenzen für Alberto Stasi: Seine Verteidiger könnten dann eine Wiederaufnahme seines Verfahrens anstreben.<h3> Schuhabdruck und DNA erneut im Fokus</h3>Besonders interessant sind dabei zwei Spuren, die die Ermittler erneut untersuchen.<BR /><BR />Zum einen geht es um eine Schuhspur mit einem charakteristischen Punktmuster, die am Tatort gefunden wurde und dem Täter zugeschrieben wird, zum anderen wird erneut eine DNA-Spur an den Fingernägeln von Chiara Poggi untersucht. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mutter-von-chiara-poggi-wir-wollen-am-jahrtag-in-stille-gedenken" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a>