Mittwoch, 17. Juni 2015

Jogger im Trentino angegriffen: Es war eine Bärin

Knapp eine Woche ist der Bärenangriff auf einen Jogger im Trentino her. Am Dienstag hat das Thema den Trentiner Landeshauptmann Ugo Rossi und Umweltminister Gian Luca Galletti weiter beschäftigt. Nach Angaben Rossis wurde das Tier inzwischen ausgeforscht. Es handle sich um die Bärin KJ2. Den Südtirolern ist sie bekannt.

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Archivbild - Foto: © shutterstock

Es ist rund eine Woche her, dass der 45-jährige Wladimir Molinari beim Joggen in den Wäldern nahe dem Berg Bondone im Trentino von einem Bär attackiert und verletzt worden ist. Am Dienstag war der Vorfall Thema einer Aussprache zwischen Landeshauptmann Ugo Rossi und dem italienischen Umweltminister Gian Luca Galletti.

Wie das italienische Nachrichtenportal „L’Adige“ online berichtet, habe Rossi, der von Michele Dallapiccola, Trentiner Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, zum Treffen begleitet wurde, klargestellt, dass man in der Zwischenzeit das verdächtige Tier ausgeforscht habe: Es handle sich um KJ2, eine zwölfjährige Bärin.

KJ2 ist die Mutter von M12, M13 und M14

KJ2 dürfte einigen Südtirolern bekannt sein – vor allem wegen ihrer Jungen: So ist die Bärin die Mutter von M12, M13 und M14.

Zur Erinnerung: M12 war jener Bär, der am 9. Juni 2012 auf der Schnellstraße MeBo überfahren worden war.

M13 war im Februar 2013 in der Schweiz abgeschossen worden. Der Bär habe sich immer mehr zu einem „Risikobär“ entwickelt, hatten die Schweizer Behörden damals erklärt.

M14 wiederum war im April 2012 bei Klausen überfahren und getötet worden.

Rossi regt an: Bären besser verteilen

Bei der Aussprache mit dem Umweltminister sei daran erinnert worden, dass die Wiederansiedelung des Braunbären im Trentino auf Basis eines europäischen Projektes stattgefunden habe. Wie der Trentiner Landeshauptmann betonte, habe sich die Zahl der Bären zwar erhöht, jedoch hätten sich die Raubtiere nicht großflächig im Alpenraum verteilt.

Dem Bericht des „L’Adige" zufolge regte Rossi deshalb an, zusammen mit den anderen Grenzregionen, darunter wohl auch Südtirol, einen Arbeitstisch einzurichten. Ziel desselben solle es sein, eine ausgewogenere Aufteilung der Bären zu gewährleisten. Die Koordination der Arbeitsgruppe solle dem Umweltministerium übertragen werden. Ähnliche Forderungen waren bereits im vergangenen Jahr laut geworden, nachdem Bärin Daniza einen Pilzesammler attackiert hatte.

Minister Galletti habe die Mitarbeit zugesichert, berichtet „L’Adige“. Man denke eine Überarbeitung des Bären-Projektes an. Es werde ein Arbeitstisch zum Thema eingerichtet.

stol

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