Montag, 12. April 2021

Johnson & Johnson startet Lieferung: 1550 Dosen für Südtirol

Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson können nun auch in der Europäischen Union starten. Der Hersteller begann am Montag mit der Lieferung an die EU-Staaten, wie das Unternehmen und die EU-Kommission bestätigten. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs.

Diese Spritzen mit dem wertvollen Impfstoff liegen schon bereit: In Südtirol soll der Wirkstoff von Johnson & Johnson auch von den Hausärzten verabreicht werden.
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Diese Spritzen mit dem wertvollen Impfstoff liegen schon bereit: In Südtirol soll der Wirkstoff von Johnson & Johnson auch von den Hausärzten verabreicht werden. - Foto: © APA/afp / PATRICK T. FALLON
Die Besonderheit: Das Vakzin muss nur einmal gespritzt werden, statt wie die übrigen 3 zugelassenen Corona-Impfstoffe 2-mal. Deshalb setzen viele Staaten große Hoffnungen darauf, dass die Impfkampagne damit beschleunigt wird. Die belgische Impf-Taskforce bestätigte der Nachrichtenagentur Belga, dass bereits für Montag 36.000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet würden.

Der von der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Impfstoff ist der vierte, der in der EU zugelassen wurde. Eine Unternehmenssprecherin erklärte in Neuss, die am Montag gestarteten Lieferungen seien der erste Schritt, „um die Verpflichtung des Unternehmens zur Lieferung von 200 Millionen Dosen an die Europäische Union sowie nach Norwegen und Island im Jahr 2021 zu erfüllen“.

In den USA wird das Vakzin schon länger eingesetzt. Vorige Woche hatte die EU-Arzneimittelagentur EMA mitgeteilt, dass sie Fälle von Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff Johnson & Johnson prüfe. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die EMA betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Die Impf-Lage in Südtirol



Für die kommende Woche werden in Südtirol rund 25.000 Impfdosen erwartet. „Mit etwas Glück bekommen wir noch einmal 5000 Dosen extra dazu, weil wir Grenzgebiet sind“, sagte Landesrat Thomas Widmann den „Dolomiten“. Das sei allerdings noch nicht fix. Der Großteil der Impfdosen wird Pfizer BioNTech sein (14.040), dazu kommen 10.230 ex AstraZeneca und 1550 Impfdosen des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson.

Knapp 30.000 Impfdosen sind sozusagen 15.000 komplett geimpfte Südtiroler, die in der kommenden Woche dazu kommen. Weitere 18.660 Dosen werden in der kommenden Woche erwartet und in der 17. Kalenderwoche weitere 23.400. Prinzipiell, so Widmann, wird verimpft, was kommt. Allerdings werde man den Impfstoff von Johnson & Johnson, weil er nur eine Impfung benötigt, vorzugsweise den Hausärzten überlassen.

apa/dpa/stol