Doch nur vereinzelt nehmen die Jugendlichen in Südtirol diese Hilfestellung in Anspruch.„Sie haben oft Berührungsängste mit Selbsthilfegruppen, sie denken dabei an Sitzungen im Stuhlkreis, in denen man sich selbst bemitleidet“, erklärte Julia Kaufmann von der Dienststelle für Selbsthilfegruppen auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Bozen.„Dies trifft aber nicht zu! Es geht in Selbsthilfegruppen darum, jemanden zu finden, der versteht und helfen kann.“In Südtirol gibt es derzeit rund 200 Selbsthilfegruppen.Um die Jugendlichen stärker zur Teilnahme zu animieren, hat der Dachverband für Soziales und Gesundheit nun die Initiative „Join Life – Junge Selbsthilfe“ ins Leben gerufen.Gelingen soll das unter anderem mit Postkarten, einer Website und auch einem Facebook-Auftritt.Auch bei alltäglichen Problemen tut es gut, mit Gleichgesinnten darüber zu sprechenAuf der Webseite von „Join Life“ finden die Jugendlichen viele Informationen, etwa darüber, wie sie die passende Gruppe finden, oder wie sie selbst eine gründen können.„Man kann Selbsthilfegruppen nicht mit Therapie vergleichen“, unterstrich Psychologin Elisabeth Sanoner. „Man ist selbst für sich verantwortlich. Der Austausch zwischen den Jugendlichen steht im Vordergrund.“Carla Leverato, die Präsidentin von A.M.A. (Auto Mutuo Aiuto), resümierte: „Selbsthilfegruppen sind eine tolle Sache. Es geht dabei um das Zuhören, um Aufmerksamkeit, Respekt und Vertrauen.Um Sachen, die heute nicht mehr selbstverständlich sind. Die Jugendlichen scheuen sich vor den Gruppen, weil sie Angst haben, nicht verstanden zu werden. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.“liz