Dienstag, 19. Juli 2016

Jubiläum: 30 Jahre Südtiroler Flugrettung

Am 19. Juli 1986 wurde die Flugrettung Südtirol gegründet. Seit nun mehr 30 Jahren wird die Flugrettung also vor Ort in Südtirol koordiniert - Pelikan 1 und 2 und der Aiut Alpin Dolomites sind immer zur Stelle, wenn sie gebraucht werden.

Die neuen Pelikan-Modelle vom Typ EC-H145 T2.
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Die neuen Pelikan-Modelle vom Typ EC-H145 T2.

Anfangs gab es nur den Pelikan 1 mit Sitz in Bozen - zwei Jahre später folgte die Pelikan-2-Basis in Brixen. Seit 1997 gibt es die „Arbeitsgemeinschaft Flugrettung“, die im Auftrag der Landesregierung den Flugrettungsdienst übernimmt.

Unter den Gründungsmitgliedern waren der Landesrettungsverein Weißes Kreuz, der AVS, der Bergrettungsdienst im AVS, der italienische Alpenverein CAI und die italienische  Berg- und Höhlenrettung (CNSAS). Im Jahre 2000 hat sich diese Arbeitsgruppe in den privatrechtlichen Verein „HELI“ umbenannt.

Die neuen knallgelben Hubschrauber

Zum Einsatz kommen seit 1. März 2015 zwei gelb-lackierte Maschinen vom Typ EC-H145 T2, die zwei ältere BK 117 abgelöst haben. Der Präsident des Vereins „HELI“, Georg Rammlmair, bestätigt, dass die neuen gelben Pelikan - wie bei ihrer Anschaffung angekündigt wurde -  sobald wie möglich einen neuen Anstrich bekommen sollen: „Wir sind dabei vertraglich gebunden – sobald dieser ausläuft werden wir uns auf eine neue Farbe festlegen“. Welche Farbe dies sein wird und wann es so weit ist, konnte Rammlmair noch nicht sagen.

Mehr Power – größeres Volumen

Die neuen Hubschrauber haben je eine schwenkbare Stahlseilwinde zu 91 Metern Länge an Bord, können bis zu 40 Prozent mehr leisten als die alten Modelle und haben eine höhere Steig- und Reisegeschwindigkeit. Auch haben die neuen Modelle bis zu 18 Prozent mehr Raumvolumen: Es können nun bis zu zwei liegende Patienten und sieben Ärzte oder Bergretter mitgenommen werden.

Zusammenarbeit mit dem Aiut Alpin Dolomites

1990 wurde der Aiut Alpin Dolomites, ein Zusammenschluss von 16 Bergrettungs-Mannschaften aus dem Dolomitengebiet, mit Sitz in Gröden geschaffen. Der Aiut Alpin steht mit einem dritten Rettungshubschrauber während der Hochsaison im Sommer und im Winter zur Verfügung. Die Maschine vom Typ EC 135 T3 ist in Pontives (Gemeinde Lajen) stationiert.

Die Zahlen sprechen für sich

1987 wurde noch heftig über die Flugrettung diskutiert, zu hohe Kosten kritisiert oder gar ihre Notwendigkeit in Frage gestellt, so ist die Flugrettung heute nicht mehr wegzudenken: Im Jahr 2015 hat die Flugrettung 2902 Einsätze geflogen, war 109 882 Minuten in der Luft und hat dabei 2693 Patienten gerettet.

Das entspricht acht Einsätzen und 301 Flugminuten pro Tag. Beinahe 51 Prozent der Patienten sind Südtiroler, die restlichen Verunglückten stammen 2015 zu 15,7 Prozent aus dem restlichen Italien und zu 33,5 Prozent aus dem Ausland. Der Tarif für nicht in Südtirol Ansässige wurde 2015 von 100 auf 140 Euro pro Flugminute erhöht, um die Kosten für den Steuerzahler niedrig zu halten.

Für Provinz-Ansässige ist der Service kostenlos.

Zukunft liegt in der Aus- und Weiterbildung

„Ich bin seit 2000 dabei und kann die Koordination mit unseren Partnern am Boden nur loben – die Landesnotrufzentrale und das Weißen Kreuz, sowie unseren technischen Partner, die Betreiberfirma INAER“, hält "HELI"-Präsident Georg Rammlmair fest.

„Die Strategie für die Zukunft ist, weiterhin in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Die Anzahl der Einsätze ist zwar leicht steigend, aber wir hoffen auf ein unfallfreies 2016.“

stol/wh

stol