Donnerstag, 10. September 2020

Jüngste Corona-Zahlen in Österreich für Virologin besorgniserregend

Die jüngsten Zahlen nachgewiesener Covid-19-Infektionen in Österreich mit über 500 neuen Fällen täglich wertet die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl als einigermaßen „besorgniserregend“.

Schnelle Diagnosestellung für Puchhammer-Stöckl nun wichtig.
Schnelle Diagnosestellung für Puchhammer-Stöckl nun wichtig. - Foto: © APA (Archiv) / HELMUT FOHRINGER
Die Entwicklung der vergangenen 7 Tage weise leider in Richtung „Anstieg“. Es brauche angesichts der Zahlen eine verbesserte und raschere Fallidentifikation und Kontaktnachverfolgung, sagte die Forscherin zur APA.

Ungeachtet der aktuellen Frage, ob die seit Montag erhöhten Tageswerte zum Teil auf Nachmeldung von früheren Testungen zurückzuführen sind, gehe der längerfristige Corona-Trend „wirklich hinauf“. Österreich war sehr lange „gut unterwegs“, sei nun aber mit einer anderen Entwicklung konfrontiert.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele neu gemeldete Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum einer Woche auftreten, gehe momentan hierzulande gegen 30. Während dieser Indikator in Frankreich und vor allem Spanien derzeit freilich um ein Vielfaches höher liegt, stehe man in Deutschland hingegen bei einem Wert um zehn, gab die Virologin vom Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität (MedUni) Wien zu bedenken.

Schnelle Diagnosestellung wichtig

Mit steigender Anzahl an Fällen kommt der verlässlichen und vor allem schnellen Diagnosestellung und Kontaktnachverfolgung eine noch entscheidendere Bedeutung zu. Nicht nur in Österreich dauere es aber mitunter immer noch mehrere Tage bis diese Maßnahme ins Rollen kommt. Hier handle es sich aber „um DAS Mittel, das die Epidemie derzeit bekämpfen kann. Das ist auch der Tenor aus verschiedenen Ländern“, so Puchhammer-Stöckl.



apa