Donnerstag, 02. Juli 2015

Jugendanwältin schlägt Alarm: Personalnot!

Paula Maria Ladstätter ist seit gut einem Jahr im Amt. Sie ist die Kinder- und Jugendanwältin des Landes. Als solche ist sie erste Anlaufstelle für junge Leute, die sich mit Fragen quälen oder in Notsituationen befinden. Doch: „Die Anwaltschaft kann ihren Auftrag nicht so versehen, wie es das Gesetz vorsehen würde“, sagt Ladstätter. Der Grund: Personalnot.

Anhörung vor leeren Reihen: Die Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter bei ihrem Vortrag im Landtag.
Badge Local
Anhörung vor leeren Reihen: Die Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter bei ihrem Vortrag im Landtag.

Im Laufe des Jahres behandelte die Kinder- und Jugendanwaltschaft 532 Fälle. „Der Großteil der Arbeit besteht im persönlichen Kontakt mit den Betroffenen, besonders am Wohnort der Kinder, die um Hilfe gerufen haben“, erklärte am Donnerstag Jugendanwältin Ladstätter vor den Abgeordneten im Landtag.

Zur Anhörung gekommen war eine relativ bescheidene Menge Volksvertreter: Auch die Landesregierung – bis auf Landesrat Florian Mussner – fehlte.

Personal dringend benötigt

„Um Gewalt und Missbrauch geht es in drei Prozent der Fälle, in acht Prozent um familiäre Konflikte, bei 16 Prozent um Fragen des Jugendschutzes – zum Beispiel Verkaufsverbot für Tabak und Alkohol – bei 17 Prozent um Trennungs- und Schulthemen und bei 24 Prozent um Mehrfachproblematiken“, erläuterte die Jugendanwältin. „Die Vielfalt dieser Themen ist ein Grund für den dringenden Personalbedarf.“

 

Kinder- und Jugendanwältin Paula Maria Ladstätter - Foto: DLife

 

Eine Psychologin und eine Pädagogin würden dringend benötigt, unterstrich Ladstätter. Zum jetzigen Zeitpunkt hinke man ähnlichen Einrichtungen, wie der Tiroler Jugendanwaltschaft, hinterher.

Die Abgeordneten Pius Leitner, Riccardo Dello Sbarba, Ulli Mair und Andreas Pöder unterstützten Ladstätter in ihrer Forderung nach mehr Personal.

stol

stol