Freitag, 10. Mai 2019

Jugendarbeit: Reisen durch Krieg und Frieden nach Bosnien

Über die Grausamkeit des Krieges Bescheid wissen, um sich für den Frieden stark zu machen - nach diesem Leitmotiv unternahmen kürzlich Mitarbeitende in der Jugendarbeit und für Jugendarbeit verantwortliche Gemeindereferenten eine Reise nach Bosnien.

Besuch im Friedhof der über 8000 Opfer des Massakers von Srebrenica im Vorort Potocari. - Foto: LPA
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Besuch im Friedhof der über 8000 Opfer des Massakers von Srebrenica im Vorort Potocari. - Foto: LPA

Die Reise führte nach Sarajevo, Srebrenica und Tuzla. In Sarajevo besuchten die 22 Teilnehmenden verschiedene Museen und bedeutsame Orte, in und an denen die Katastrophe der 44-monatigen Belagerung der Stadt erzählt und dokumentiert wird. Mit dem schwersten Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gruppe aus Südtirol in Srebrenica konfrontiert.

Dort erinnert die Gedenkstätte von Potocari an die Tausende von Bosniaken, die im Juli 1995 systematisch ermordet worden waren. Über den Bosnienkrieg konnten sich die Teilnehmenden in Tuzla bei einem Austausch mit Zijo Ribic genauer informieren. Ribic war Zeuge des Massakers an seiner Familie im Juli 1992. Er verlor dabei die Eltern, einen Bruder und sechs Schwestern. Insgesamt starben im Krieg im ehemaligen Jugoslawien von 1991 bis 1995 150.000 Menschen, davon 100.000 in Bosnien.

Friedhof in Potocari mit den Namenslisten der Opfer und den Grabstelen - Foto: LPA

Die Studienreise durch Krieg und Frieden nach Bosnien wurde vom Landesamt für Jugendarbeit veranstaltet, das jährlich für die Mitarbeitenden in der Jugendarbeit einer Studienreise organisiert. In diesem Jahr war die Teilnahme erstmals nicht nur auf Mitarbeitende in der Jugendarbeit beschränkt, sondern stand auch Gemeindepolitikern offen, die im Bereich Jugend und Jugendarbeit tätig sind.

"Ziel des Projektes ist die vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen Nationalismus, politische Gewalt, Interkulturalität und Minderheitenrechte", betont Projektkoordinator Gianluca Battistel. Entstanden ist das Projekt aus einer Partnerschaft des Landesamtes für Jugendarbeit mit ARCI Bolzano; mitgetragen wird es von den Dachverbänden der Jugendarbeit netz, AGJD, Südtiroler Jugendring sowie vom Forum Prävention. 

lpa/stol

stol