Freitag, 28. Mai 2021

Jugendpreis für ehrenamtlichen Einsatz ins Wipptal

Südtirols Katholische Jugend (SKJ) vergibt seit 1988 jährlich den Jugendpreis an Perso¬nen, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit Vor¬bild für die heutige Jugend sein können.

Der Jugendpreisträger 2021 Christoph Hasler aus Stilfes/Freienfeld
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Der Jugendpreisträger 2021 Christoph Hasler aus Stilfes/Freienfeld - Foto: © skj
Bei der Mitgliederversammlung am 5. Juni wird Christoph Hasler aus Stilfes bei Freienfeld den Preis entgegennehmen.

SKJ hat im Vorfeld ein Interview mit ihm geführt.

SKJ: Du hast schon in verschiedenen Funktionen mit Kindern und Jugendlichen ge-arbeitet. Wie bist du zur Kinder- und Jugendarbeit gekommen?
Christoph Hasler: Wahrscheinlich durch meine Eltern. Sie sind auch in der Pfarrei aktiv und waren lange Zeit in der Jugendarbeit tätig. Gestartet bin ich als Ministrantenleiter in Stilfes mit Unterstützung meiner Mutter. Dann hat sich alles so entwickelt: Es kam die Jugendgruppe dazu und der Pfarrgemeinderat.

Du hast die SKJ-Ortsgruppe Stilfes gegründet. Was hat dich motiviert eine Orts-gruppe zu gründen?
Es kamen Jugendliche auf mich zu, weil ich als Jugendvertreter im Pfarrgemeinderat saß. Sie haben einen Raum gesucht, wo sie gemeinsam etwas ma-chen können und dann ist auch das Element SKJ im Raum gestanden. Wir haben uns dann entschieden eine SKJ-Ortsgruppe zu gründen. Die Motivation war und ist, dass Jugendliche eine Möglichkeit haben, sich zu entfalten, Spaß zu haben und sie so ge-schätzt werden, wie sie sind: ohne Leistungsdruck Gemeinschaft erleben zu können und auch der Glaube spielte eine immer größere Rolle.

Welche Aktionen und Erlebnisse sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Wir haben im Ausschuss immer versucht jedes Jahr ein abwechs-lungsreiches Programm zu organisieren. Manche Aktionen sind schon Fixpunkte, wie z.B. das Broomballturnier, die Spielenachmittage für Familien im Vereinshaus von Stil-fes, die Werwolf- und Filmabende und sicher auch die Jugendmessen. Wir haben auch ein Kreuz gestaltet und durften es im Naherholungsgebiet Rofis aufstellen und dort erinnert es immer wieder an unsere Aktionen und an unsere Gemeinschaft. Eine grö-ßere Aktion war sicher die Berlin-Fahrt. Da konnte man die Jugendlichen von einer anderen Seite kennenlernen. Das war ein tolles Erlebnis.

Du bist im Pfarrgemeinderat von Stilfes tätig. Wie kam es dazu?
Die Jugendvertreterin im Pfarrgemeinderat hat mich damals ge-fragt. Ich war schon Ministantenleiter und dann auch für die SKJ-Ortsgruppe verant-wortlich. Wir waren damals zu zweit und darüber war ich sehr froh. So war es einfa-cher in dieses neue Ehrenamt hineinzuwachsen und in der Pfarrei mitzuwirken.

Oft hört man, dass es als Jugendlicher nicht leicht ist im Pfarrgemeinderat neue Ideen einzubringen. Wie erlebst du das?
Ja, das hab ich auch schon gehört und ein bisschen erlebt. Ich muss aber schon sagen, dass wir sehr wohl geschätzt wurden, ernst genommen und gehört wurden. Es braucht oft einfach ein bisschen Zeit. Es hängt auch davon ab, wie die Din-ge präsentiert werden. Manchmal hilft es auch einfach Taten sprechen zu lassen und nicht nur zu reden. Dann sehen alle, dass es auch funktioniert. Je mehr junge Men-schen in diesem Gremium vertreten sind, umso einfacher ist es. Es sollte einfach eine gute Mischung zwischen erfahrenen und jungen Menschen sein – für ein gutes Mitei-nander. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass junge Menschen in einem Pfarr-gemeinderat vertreten sind und mitgestalten.

Wie wichtig sind dir die drei Säulen von Südtirols Katholischer Jugend?
- Solidarisch sein: Ist ein Wert, der sehr wichtig ist in meinem Le-ben. Auch in meinem Beruf als Lehrer versuche ich das weiterzugeben.
-Jung sein: Ich fühle mich noch nicht so alt wie ich bin. Das hängt sicher damit zusam-men, dass ich mit jungen Menschen arbeite und sie haben eine besondere Energie und diese übertragen sie auf mich. Und es ist mir sehr wichtig, dass ich mir das beibe-halte.
-Christ sein: Den Glauben hab ich nicht nur durch Südtirols Katholische Jugend erfah-ren, sondern auch durch die Familie, durch den Besuch der Gottesdienste. Der Glaube gibt mir ganz viel Kraft und positive Energie. Gott ist eine Kraftquelle und das merkt man jeden Tag.

Du hast den Escape Room in Kastelruth eröffnet. Was begeistert dich daran?
Den Escape Room habe ich mit meiner Freundin eröffnet. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft, das war eine Teamarbeit. Wir haben uns gut ergänzt. Es war super gemeinsam Rätsel zu entwickeln, gemeinsam zu Brainstormen und zu kno-beln. Toll ist es auch die Gruppen zu begeistern, wenn sie aus dem Raum kommen und ein Lachen im Gesicht haben. Wenn sie in der Gruppe Spaß haben und es ge-meinsam zum Ziel schaffen. Diese Begeisterung zu sehen ist einfach toll.

Was gibt dir dein ehrenamtliches Engagement?
Es ist ein wichtiger Teil meines Lebens, der mir Energie gibt und nicht raubt. Ich lerne dadurch Kreativität kennen und Gemeinschaft. Ich lernte positiv und miteinander die Dinge anzugehen.

Freust du dich den Jugendpreis entgegenzunehmen?
Zuerst war ich sprachlos. Als ich das dann wirklich realisiert habe, empfand und empfinde ich es als große Ehre. Dieser Preis steht aber auch für alle an-deren in der Pfarrei Stilfes, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Interview: SKJ/Heidi Gamper

Zur Person: Christoph Hasler ist verankert in Stilfes, wohnt mittlerweile in Kastelruth und ist dort angekommen und verwurzelt. Er ist Ministrantenleiter, gründete die SKJ-Ortsgruppe Stilfes und ist im Pfarrgemeinderat tätig. Er entwickelte zusammen mit seiner Freundin den Escaperoom Schlern Escape. Von Beruf ist er Lehrer. Im nächsten Jahr steht ein weiterer Höhepunkt an: Die Hochzeit mit seiner Gabi.

skj