<BR /><BR />In ihrem vor vier Tagen veröffentlichten Video zeigen sich mehrere Jugendliche mit weiß-roten Sturmhauben (die Farben der Tiroler Fahne, Anm. d. Red.) u. a. am Sportplatz „Aries“ in der Brunecker Fraktion St. Georgen beim Trainieren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1153632_image" /></div> <BR /><BR />Bei einer Szene wechselt der Fokus von einem der jungen Männer, der im Hintergrund Liegestützen macht, auf einen Aufkleber auf einem Sportgerät im Vordergrund – darauf steht u. a. zu lesen: „Weg mit dem NS-Verbotsgesetz“. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1153635_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Im Text zum Video bezeichnet sich die Gruppe selbst als „Speerspitze der volkstreuen Jugend in Südtirol“ und kündigt an: „Wir sind organisiert, diszipliniert und aktiv – und wir holen uns unser Land zurück!“<BR /><BR /><BR />Wie gestern durchsickerte, hat sich die Abteilung für allgemeine Ermittlungen und Sondereinsätze (Digos) der Bozner Quästur des Falles angenommen – das beruhige Brunecks Bürgermeister, Roland Griessmair. Ihm lagen bislang jedoch keine Nachweise über die Präsenz extremistischer Gruppen in seiner Gemeinde vor. <BR /><h3> Bürgermeister Griessmair: „Rechtsextremismus rote Karte zeigen“ </h3>„Rechtsextremes Gedankengut ist immer zu verurteilen“, so Griessmair. Deshalb sei es wichtig, dass nicht nur die Ordnungshüter aktiv werden, sondern „die Gemeinschaft und die Gesellschaft Rechtsextremismus die rote Karte zeigen.“ Der Vorfall sei laut dem Bürgermeister jedenfalls nicht zu verharmlosen, sondern „mit großem Ernst im Blick zu behalten.“<BR /><BR /><BR />Ihren Blick auf die „Junge Aktion“ dürfte die Sondereinheit Digos nicht zuletzt auch deshalb gerichtet haben, weil der Verdacht einer grenzüberschreitenden Verbindung zu gleichgesinnten rechtsextremen Gruppen im Raum stehen könnte. <BR /><BR />Das verraten nämlich die Instagram-Konten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die dieser Gruppe folgen und ebenfalls extremistische Ansichten von Patriotismus vertreten. Der gemeinsame Nenner scheint dabei die Ideologie der Überlegenheit der Weißen zu sein – auch als „White Power“ oder „White Supremacy“ bekannt. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1153638_image" /></div> <BR /><BR />Diese propagiert die Vorherrschaft weißer Menschen über andere ethnische Gruppen, besonders Personen mit Migrationshintergrund.<BR /><BR />„Es ist nicht gesagt, dass es sich um Georgener oder Brunecker handelt“, gibt Griessmair zu bedenken. „Vielleicht hat die Gruppe bewusst einen Ort ausgesucht, wo sie den Menschen nicht bekannt sind.“ Es sei ihm zufolge jedenfalls zu früh für Schlussfolgerungen. Bruneck sei laut dem Bürgermeister „nicht mit der rechtsextremen Szene gleichzusetzen“. <BR /><h3> Was hinter dem Aufkleber „Freiheit für Manuel!“ steckt </h3>Unweit der Landesgrenze und Brunecks sprach man aber erst im vergangenen Sommer in den Medien von einer „Osttiroler Neonazi-Szene“: Insgesamt fünf Personen wurden in Innsbruck wegen Verbrechen in Zusammenhang mit Wiederbetätigung verurteilt – eine davon am Oberlandesgericht bereits zweitinstanzlich. <BR /><BR />Es handelt sich dabei um Manuel E., einen Rapper aus Osttirol, der im Herbst 2023 verhaftet worden war. Im vergangenen August wurde das Urteil zu neun Jahren Haft für den laut Gericht „besonders gefährlichen“ Mann bestätigt. <BR /><BR />Ein Hinweis auf Manuel E. findet sich auch auf dem obengenannten Aufkleber im Video von „Junge Aktion“: Unter der Forderung zur Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes steht nämlich „Freiheit für Manuel!“ sowie der Link zu einer Webseite, die eindeutig und mit Bildern des Verurteilten die „Causa Manuel E.“ aufgreift. <BR /><h3> Schützenkommandant verärgert </h3> Schließlich kursierte gestern in einigen Medien auch die Information, dass die Instagram-Konten einiger Mitglieder des Südtiroler Schützenbundes der Seite der „Jungen Aktion“ folgen würden. Mit dem Südtiroler Schützenbund „hat das rein gar nichts zu tun“, sagt ein verärgerter Schützen-Landeskommandant Roland Seppi. „Wir distanzieren uns seit jeher von jeder Form von Extremismus.“ <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />.