Mattia hatte als Vierjähriger Rohmilchkäse gegessen, der mit dem Darmbakterium Escherichia coli kontaminiert war. Die Infektion führte zu schweren neurologischen Schäden, von denen sich der Junge nie mehr erholte.<BR /><BR />Der Fall sorgte in Italien über Jahre für großes Aufsehen. Giovanni Battista Maestri kämpfte beharrlich für eine juristische Aufarbeitung und lehnte nach eigenen Angaben sämtliche angebotenen finanziellen Entschädigungen ab. Stattdessen setzte er sich für strengere Sicherheitsstandards und eine bessere Aufklärung über die Risiken nicht pasteurisierter Milchprodukte ein. Zu diesem Thema veröffentlichte er auch ein Buch, das er im Februar im italienischen Senat vorstellte.<BR /><BR />Der Kassationsgerichtshof in Rom bestätigte inzwischen rechtskräftig den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem verunreinigten Käse und den schweren Gesundheitsschäden des Jungen. Zwei Verantwortliche einer Käserei wurden wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.<BR />Zudem gründete der Vater eine Verbraucherschutzvereinigung, die auf Risiken bestimmter Lebensmittel aufmerksam macht und sich für einen besseren Schutz von Verbrauchern einsetzt. <BR /><BR />Escherichia coli (E. coli) ist ein Bakterium, das natürlicherweise im Darm von Menschen und Tieren vorkommt. Die meisten Stämme sind harmlos und erfüllen sogar wichtige Funktionen bei der Verdauung. Einige Varianten können jedoch schwere Erkrankungen verursachen. Besonders gefährlich sind sogenannte STEC- oder EHEC-Stämme, die Giftstoffe bilden und zu schweren Durchfallerkrankungen führen können. Vor allem bei kleinen Kindern besteht das Risiko, dass sich ein lebensbedrohliches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) entwickelt. Dabei werden die roten Blutkörperchen zerstört und die Nieren sowie in schweren Fällen auch das Gehirn geschädigt. Eine Infektion kann unter anderem durch verunreinigte Rohmilchprodukte, nicht ausreichend erhitztes Fleisch oder kontaminierte Lebensmittel erfolgen.