„Wenn du willst, kannst du den Neubeginn schaffen – aber man braucht auch Glück“, sagt der jüngste Sträfling, 21 Jahre alt, der aus Scampia stammt und früher wegen Drogenhandels straffällig wurde. Für alle drei bedeutet die Arbeit in der Küche eine Chance, der Kriminalität den Rücken zu kehren. Mattarella begrüßte die Jugendlichen persönlich und schüttelte ihnen die Hand.<BR /><BR />Begleitet wurden sie von Luca Pipolo (48), einem neapolitanischen Koch und Gründer des Vereins „Monelli tra i Fornelli“. Er betreut die Jugendlichen, die im Gefängnis Berufe wie Kochen, Gärtnerei, Schreinerei oder Keramik erlernen. Das Jugendgefängnis auf der kleinen Insel Nisida, das auch durch die Serie „Mare Fuori“ bekannt wurde, beherbergt rund 80 junge Insassen, die unter anderem wegen Drogenhandels, Raub oder Beteiligung an Tötungsdelikten einsitzen.<BR /><BR />Einer der Teilnehmer am Praktikum hat im Gefängnis einen Abschluss an der Hotelfachschule erworben. Als Mattarella im September die Strafanstalt auf Nisida besuchte, zeigte er ihm stolz sein Diplom. „Der Präsident hat mich gelobt“, erzählte er. Im Gespräch mit Mattarella sagten die drei Jugendlichen, das Praktikum sei sehr bereichernd gewesen. Der Präsident äußerte die Hoffnung, die Erfahrung könne für ihre Zukunft „bedeutsam“ sein.<BR /><BR />Fabrizio Boca, seit 1993 Küchenchef des Quirinals, erklärte, dass Mattarella seit Beginn seiner Amtszeit verstärkt auf Ausbildung setze und die Küchen als Lernwerkstätten öffne. Die Zutaten für die im Quirinal zubereiteten Gerichte stammen weitgehend aus den Gärten von Castelporziano, der Sommerresidenz des Präsidenten nahe Rom. Die Menüs für Staatsgäste spiegeln die kulinarischen Traditionen Nord-, Mittel- und Süditaliens wider.