"Seit 2010 fördert die Filmlocation Südtirol der BLS Spielfilm- und Dokumentarfilmproduktionen unterschiedlichster Art mit einer jährlichen Summe von 5 Mio. Euro. Mit Verwunderung beobachten wir die Entwicklung der Südtiroler Filmlandschaft. Film wird als Wirtschaftsgut behandelt, als Produkt. Kunst und Kultur wird hinten angestellt", betonen die Jungen Südtiroler Filmregisseure. Das viel proklamierte „Made in Südtirol“ verkomme zum reinen Postkartenhintergrund und stimmt laut Jungen Südtiroler Filmregisseuren nur wenn man den finanziellen Aspekt betrachtet.Südtiroler Themen unterrepräsentiert "Südtiroler Themen und Stoffe sind unterrepräsentiert und werden wegen Sprache und Regionalität oft als nicht wettbewerbsfähig eingestuft, anstatt sie zu fördern", so die Fimregisseure. Eine Korrektur der Rahmenbedingungen sei dringend nötig, um dem Südtiroler Film in den nächsten fünf Jahren eine Chance zu geben überhaupt wettbewerbsfähig zu werden.Die jungen Südtiroler Spielfilm-Autoren und Regisseure haben nun einen offenen Brief verfasst, indem sie konkrete Ziele und Forderungen formulieren. Im Folgenden der Brief im Wortlaut: Die Filmschaffenden Südtirols verbanden mit der Gründung der BLS Filmlocation vor fünf Jahren große Hoffnungen. Die bereitgestellten Mittel versprachen eine Wiederbelebung unserer traditionsreichen Filmgeschichte vor und hinter der Kamera. Nach fünf Jahren lautet das Resümee: der Südtiroler Dokumentarfilm wurde belebt, der Südtiroler Spielfilm profitiert fast gar nicht von der Südtiroler Filmförderung. Südtiroler Autoren, Regisseure und Schauspieler konkurrieren mit den „Big Playern“ aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz, ohne eine besondere Förderung zu erfahren. Internationale Produzenten haben defacto keinen ausreichenden Anreiz Stoffe von Südtiroler Autoren mit hiesigen Regisseuren oder Schauspielern umzusetzen. Unter diesen Umständen kann die junge Südtiroler Filmkultur nicht nachhaltig wachsen.Wir erklären unseren Anspruch, den Jungen Südtiroler Film zu schaffen. Wir glauben an die Verteidigung und Wertschätzung unserer Filmkultur und an ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich. Film ist kein reines Wirtschaftsprodukt, sondern eine identitätsstiftende Kunstform. Der Südtiroler Film definiert sich dadurch, dass er aus Südtirol heraus entsteht und von seinen Autoren, Regisseuren und Schauspielern beseelt wird.Wir fordern eine Reform und Novellierung der Südtiroler Filmförderung, um folgendes zu erreichen:- Eine Aufsplittung des Förderbudgets in einen regionalen und einen internationalen Fördertopf - Eine Drehbuchförderung für Südtiroler Autoren - Eine Verleihförderung für regionale Kinofilme - Eine Kurzfilmförderung für regionale Regisseure Wir haben für die Produktion des Jungen Südtiroler Films konkrete geistige, formale und wirtschaftliche Vorstellungen. Wir erhoffen uns mit diesen Maßnahmen die internationale Filmkunst durch unsere heimische Filmkultur zu bereichern und vielen besonderen Filmen ihre Entstehung zu ermöglichen. Es lebe der Junge Südtiroler Film!Die Autoren und Regisseure des Jungen Südtiroler Films