Donnerstag, 19. November 2020

Junge Wienerin luchste Familienvater über 100.000 Euro ab – verurteilt

Seit ihrem 15. Lebensjahr dürfte sich eine junge Wienerin von einem Familienvater „sponsern“ haben lassen. Weil sie ihm bis Oktober 2018 insgesamt 107.000 Euro abgeluchst hatte, ist die mittlerweile 20-Jährige am Donnerstag am Landesgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu 10 Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Angeklagte habe das Geld nach eigener Aussage „für sinnlose Sachen“ ausgegeben.
Die Angeklagte habe das Geld nach eigener Aussage „für sinnlose Sachen“ ausgegeben. - Foto: © shutterstock
Die Angeklagte hatte den Mann im November 2015 übers Chatten im Internet kennengelernt. Als sie ihm eines Tages anvertraute, dass sie unter akutem Geldmangel litt, half er ihr sogleich mit einem „Darlehen“ aus. In weiterer Folge verstand es die junge Wienerin, den verheirateten Familienvater als nie versiegende Geldquelle anzuzapfen. Hunderte Banküberweisungen tätigte der Mann im Lauf der Jahre, teilweise schauten die jeweiligen Lebensabschnittspartner der Frau bei ihm vorbei und ließen sich die Beträge in bar aushändigen.

„Mir war nicht klar, wie weit ich da rein rutsche. Ich hatte es vor zurückzuzahlen, aber es ging sich hinten und vorne nicht aus“, erklärte die Angeklagte nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Alexandra Skrdla). Auf die Frage, wofür sie das ganze Geld ausgegeben habe, erwiderte die 20-Jährige: „Für sinnlose Sachen.“ Ihre Freunde hätten ein neues Handy gebraucht, man habe außerdem shoppen gehen wollen.
Dem Betrogenen machte die Angeklagte weis, sie benötige Geld für eine ärztliche Behandlung, einen Klinikaufenthalt oder für die Gerichtskosten in einem Sorgerechtsstreit um ihren Sohn.

„Wahrscheinlich bin ich leichtgläubig“, meinte der 47-Jährige in seiner Zeugenbefragung. Er habe der jungen Frau immer wieder Geld gegeben, „da ich generell ein Gutmensch bin.“ Persönlich gesehen haben die beiden – abgesehen von der heutigen Gerichtsverhandlung – einander nur 2 Mal. Auf die Frage, ob er erwartet habe, sein Geld zurückzukriegen, meinte der Mann: „Sie hat mir immer wieder Belege gezeigt, dass sie beschäftigt ist.“ Zuletzt hatte die 20-Jährige 30 Stunden in einem Supermarkt gearbeitet.

apa

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