Donnerstag, 14. April 2016

Junger Adler flieg! Was für ihn ein Neubeginn ...

... ist für die anderen das Ende. Denn der Adler steht symbolisch für den staatlichen Forstkorps CFS. Dieser wird mit Ende des Jahres aufgelöst; von den rund 8000 Beamten wird der größte Teil zu den Carabinieri übertreten. Um diesen Abschied auch symbolträchtig zu begehen, wurde am Donnerstag am Schnalstaler Gletscher ein geheilter Jungvogel in die Freiheit entlassen.

König der Lüfte: Nach einem kurzen Rundblick gelang der Aufbruch in die Freiheit.
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König der Lüfte: Nach einem kurzen Rundblick gelang der Aufbruch in die Freiheit. - Foto: © LPA

Eines vorneweg: Für Südtirol und andere Provinzen und Regionen mit Sonderstatut gilt die Auflösung des Forstkorps nicht; der Adler im Abzeichen bleibt dem Landesforstkorps also weiterhin erhalten.

Anders sieht es beim staatliche Forstkorps CFS (Corpo Forestale dello Stato) aus, der bislang dem Landwirtschaftsministerium unterstellt war. 

Der Abschied vom Adler

Um den baldigen "Abschied vom Adler" Ausdruck zu verleihen, haben Vertreter des nationalen Forstkorps ein etwa drei- bis vierjähriges männliches Exemplar aus dem Pflegezentrum für Vogelfauna bei Schloss Tirol abgeholt. 

Im Dunkeln fühlen sich Tiere sicher: Forstabteilungsdirektor Profanter (l.) mit (v.l.) Michele Cortella und Michele Rippa vom Nationalen Forstkorps bei der Talstation der Schnalstaler Gletscherbahn. - Foto: LPA/Maja Clara

Der junge Adler war am 8. Jänner mit gebrochenem rechtem Flügel auf einem Forstweg bei Latsch aufgefunden worden. Nach vollständiger Heilung mittels Schiene ist der mittlerweile vier Kilogramm schwere Adler auf 3200 Höhenmetern in die Luft gesetzt worden. 
Diese Höhe, erklärten Willi Campei, Florian Gamper und Philipp Campei vom Pflegezentrum, ist bei der Aussetzung wegen der Thermik nötig, und weil sich der Adler besser verteidigen kann.

Schnabelvermessung vor der Entlassung in die Freiheit: (v.li.) Förster Michael Stofner, Campei und Gamper vom Pflegezentrum für Vogelfauna, Oberst Furlan. - Foto: lpa

Zwei beauftragte Ornithologen vom Naturwissenschaftlichen Museum Muse in Trient nahmen die Beringung des Adlers vor. Ein Tierarzt kennzeichnete die Schwanzfedern mit gelber Leuchtfarbe, die sich im Laufe der Zeit verflüchtigt.

1500 Adlerpaare leben in Italien, über 50 Adlerpaare in Südtirol; der freigelassene junge Steinadler, der noch nicht geschlechtsreif ist, muss sich erst noch sein Revier suchen.

Die ganze symbolträchtige Aktion wurde von Oberst Isidoro Furlan aus Verona geleitet. 

stol/lpa/ker

stol