Nach Angaben der Ermittler war der Marokkaner unter anderem wegen Drogenhandels, Widerstands gegen Polizisten und weiterer Delikte polizeibekannt.<BR /><BR />Die Beamten führten in dem Stadtteil Rogoredo, der als Brennpunkt des Drogenhandels gilt, Kontrollen durch – sowohl in Zivil als auch in Uniform. <BR /><BR />Während sie gerade darüber entschieden, ob sie eine der kontrollierten Personen festnehmen sollten, näherte sich der 28-Jährige den Polizisten, zog eine Pistole – die sich später als Schreckschusswaffe herausstellte – und richtete sie auf die Einsatzkräfte. Einer der Beamten reagierte mit einem Schuss, der den Mann am Kopf traf. Der 28-Jährige starb nahezu sofort, keiner der Polizisten wurde verletzt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266900_image" /></div> <BR />Nach einer ersten Untersuchung handelte es sich bei der vom Opfer mitgeführten Pistole um eine Schreckschusswaffe der Typs Beretta 92. <BR /><BR />Der Fall sorgte für Erschütterung. Der Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala betonte, das Thema Sicherheit müsse unideologisch angegangen werden. Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini meinte, er stehe ohne Zweifel an der Seite der Polizisten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1266903_image" /></div> <BR />Noch deutlicher fiel die Stellungnahme von Salvinis Lega-Partei aus: „Solidarität mit den Frauen und Männern in Uniform, die jeden Tag die Bürger verteidigen. Die Lega bekräftigt die Notwendigkeit des Sicherheitspakets, auch um die Sicherheitskräfte dabei zu unterstützen, die Bürger immer wirksamer zu schützen“, hieß es in einer Presseaussendung.<BR /><BR />Zurückhaltend fielen die Reaktionen aus dem Mitte-links-Lager aus. „Zum einzelnen Vorfall äußere ich mich nicht. Doch was das allgemeine Sicherheitsklima betrifft, sagt die Regierung, es sei alles in Ordnung – trotz steigender Zahlen bei Vergewaltigungen, Raubüberfällen und verschiedenen Gewalttaten“, kommentierte der Vorsitzende der Fünf-Sterne-Bewegung, Expremier Giuseppe Conte.<BR /><BR />Die Debatte über Sicherheit in Mailand flammt damit erneut auf – just an dem Tag, an dem bereits über den möglichen Einsatz amerikanischer ICE-Beamter im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele diskutiert wurde. Laut Quellen der US-Botschaft in Rom soll die Homeland Security Investigations den diplomatischen Sicherheitsdienst der USA unterstützen. Beobachter warnen, dass die Spannungen in der Stadt wieder ein ähnliches Ausmaß erreichen könnten wie nach dem Tod des 19-jährigen Ägypters Ramy Elgaml, der am 24. November nach einer Verfolgungsjagd mit den Carabinieri ums Leben kam.