Cristiano Giamporcaro aus Caltanissetta wurde vor der Küste der Insel von einem Schlauchboot erfasst. An Bord waren zwei Touristen aus Mailand. Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent ermittelt wegen des Verdachts auf ein nautisches Tötungsdelikt.<BR /><BR />Der Unfall ereignete sich zwischen Punta Sottile und Cala Francese, nur wenige Dutzend Meter vom Ufer entfernt. Giamporcaro war zum Tauchen ins Wasser gegangen und hatte dabei nach Angaben seiner Freundin eine gut sichtbare Tauchboje bei sich. Sie war zunächst mit ihm im Wasser und kehrte anschließend an den Strand zurück. Von dort beobachtete sie, wie das Schlauchboot mit hoher Geschwindigkeit auf den Bereich zufuhr. Als sie bemerkte, dass etwas nicht stimmte, sprang sie ins Wasser und rief um Hilfe. <BR /><BR />An Bord des Bootes befanden sich ein Mann und eine Frau im Alter von etwa 60 Jahren. Beide leben seit Jahren zeitweise auf Lampedusa und besitzen das Schlauchboot. Die Ermittler befragten das Paar ausführlich. Die Carabinieri stellten das Boot sicher und untersagten den beiden, die Insel zu verlassen.<BR /><BR />Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Agrigent sollen nun klären, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Unter anderem wird geprüft, mit welcher Geschwindigkeit das Schlauchboot unterwegs war und ob die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände eingehalten wurden. Nach Angaben des örtlichen Gesundheitsassessors Aldo Di Piazza gilt für Boote in weniger als 200 Metern Entfernung vom Ufer eine besonders vorsichtige Fahrweise. Auch die genaue Todesursache soll eine Obduktion klären. <BR /><BR />Nach ersten Erkenntnissen könnte Giamporcaro von der Schiffsschraube getroffen worden sein. Die Küstenwache barg den Leichnam und brachte ihn zur Gerichtsmedizin nach Porto Empedocle. Auf Lampedusa wurden nach dem Unglück die Kontrollen durch die Küstenwache verstärkt. <BR />Bürgermeister Filippo Mannino rief Urlauber zu besonderer Vorsicht<BR />auf: Sicherheit müsse sowohl auf dem Wasser als auch an Land oberste Priorität haben.<BR /><BR />Giamporcaro kam regelmäßig nach Lampedusa und arbeitete dort an Filmprojekten. 2022 hatte er sein Studium am Centro Sperimentale di Cinematografia in Palermo abgeschlossen. Sein Abschlussfilm „La ricomparsa delle lucciole“ wurde 2023 beim Festival dei Popoli gezeigt und 2024 beim Sole Luna Doc Film Festival außerhalb des Wettbewerbsprogramms präsentiert. Der Dokumentarfilm erzählt vom sizilianischen Hinterland aus der Perspektive eines zehnjährigen Jungen und eines alten Schäfers.