Dienstag, 21. Juli 2015

Juwelierüberfall in Innsbruck: Beute fast zur Gänze sichergestellt

Bis auf eine Brosche wurde das gesamte Diebesgut gefunden. Die Fahndung nach vier der sechs vermutlich litauischen Tätern läuft weiter.

Dieses Juweliergeschäft in der Innsbrucker Altstadt wurde am Samstag überfallen.
Dieses Juweliergeschäft in der Innsbrucker Altstadt wurde am Samstag überfallen. - Foto: © APA/EPA

Nach dem spektakulären Überfall auf einen Juwelier in der Innsbrucker Altstadt am Samstag sind die Ermittlungen am Montag auf Hochtouren gelaufen. Vier der sechs Täter waren nach wie vor flüchtig. Bei der Überprüfung der sichergestellten Beute habe sich aber herausgestellt, dass lediglich eine Brosche fehlt, sagte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Christoph Hunderpfund der APA.

„Wir haben alle 38 gestohlenen, hochpreisigen Markenuhren sichergestellt“, erklärte der Ermittler: „Damit haben wir die gesamte Beute bis auf eine Brosche.“

Die Einvernahme eines der beiden Täter, der eine Beteiligung an dem Coup eingeräumt habe, ergab keine Hinweise auf seine Komplizen, meinte Hundertpfund: „Diesbezüglich hüllt er sich in Schweigen“. Der zweite Festgenommene bestreite weiterhin, mit dem Überfall in Zusammenhang zu stehen.

Mittlerweile habe das Bundeskriminalamt Europol eingeschaltet. „Wir sind zuversichtlich, aufgrund der guten Bilder rasch Hinweise auf die flüchtigen Täter zu bekommen“, sagte Hundertpfund. Neben den Fotos aus den Überwachungskameras stünden den Ermittlern auch von Passanten mittels Handykamera geschossene Fluchtfotos zur Verfügung. Die Polizei bat etwaige Zeugen um Hinweise. „Womöglich sind die Männer jemandem auf einem Campingplatz oder in einer Pension aufgefallen“, erklärte Hundertpfund.

 

Einige Fotos von einem der flüchtigen Verdächtigen. (Foto: Polizeifoto/APA) 

Die Ermittler waren überzeugt davon, dass die Räuber den Juwelier ausgespäht und die Fluchtwege ausgekundschaftet haben, da die Tat professionell und minutiös geplant ablief. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Tätergruppe handelt, die in Europa Überfalle nach ähnlichem Muster begangen hat“, sagte Hunderpfund. Bei den zwei festgenommenen Männern handelt es sich vermutlich um litauische Staatsbürger.

Am Samstag hatte gegen 14.45 Uhr ein elegant gekleideter Mann das Juweliergeschäft betreten. Nachdem er eine Tasche abgestellt hatte, um die Türe offenzuhalten, zog er eine Faustfeuerwaffe und stieß die Angestellte zu Boden. Unmittelbar danach stürmten vier Komplizen das Geschäft, zerschlugen mit Hämmern die Vitrinen und füllten die hochpreisigen Markenuhren in Säcke. Dann machten sie sich in unterschiedliche Richtungen aus dem Staub.

 

Die Fotos von einem weiteren flüchtigen Verdächtigen. (Foto: Polizeifoto/APA) 

Passanten, die den Überfall mitbekommen hatten, nahmen die Verfolgung auf oder machten Handyfotos. Am Sparkassenplatz, wo ein sechster Täter auf einem Fahrrad gewartet hatte, um die Beute zu übernehmen, beendete eine beherzte, bisher unbekannte Frau die Flucht eines Täters. Passanten kamen ihr rasch zu Hilfe und hielten den Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Frau sei nach wie vor unbekannt und soll sich bei der Polizei melden, bat Hundertpfund am Montag.

Ein weiterer Verdächtiger wurde schließlich unweit des Tatorts von einer Polizeistreife verhaftet. Der Mann hatte einen weiteren Teil der Beute bei sich. Die Polizisten stellten zudem in der Adamgasse eine Plastikwaffe sicher, die in Zusammenhang mit dem Überfall stehen könnte.

apa

stol