Einem Antrag Anderlans, das SOS-Handzeichen gegen Gewalt mit Kampagnen bekannt zu machen, trug heute jedenfalls fast die gesamte Opposition mit. Entstanden ist es als Zeichen gegen häusliche Gewalt, doch kaum jemand kennt es. Man werde dem Antrag zustimmen. Es brauche dann allerdings auch eine Kampagne für mehr Zivilcourage, damit Bürger in Gewaltsituationen einschreiten.<h3> Mehrheit verweigert Zustimmung</h3>Die Mehrheit aber verweigerte die Zustimmung. „Im JWA-Antrag steht: Gewaltprävention geht alle an. Ein Hohn, wenn man sieht, was er in sozialen Medien von sich gibt“, so Landesrätin Rosmarie Pamer. Anderlans Antrag mag vernünftig gewesen sein, doch man habe ein Zeichen setzen müssen. „JWA hat in Videos Kindergartenkinder wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft an den Pranger gestellt. Da wurde nicht eine, sondern 20 rote Linien überschritten. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Pragmatisch sieht man es bei der Opposition. „Wir stimmen danach ab, ob ein Antrag gut oder schlecht ist. Das Brandmauer-Geschwätz der SVP, die mit den Fratelli im Boot sitzt, ist doppelzüngig“, so Paul Köllensperger. <h3> Rohrer und Repetto geben keine Stimme ab</h3>Zwei aus der Opposition scherten dann aber doch aus. Madeleine Rohrer (Grüne) und Sandro Repetto (PD) nahmen nicht am Votum teil. Nur so kam eine knappe Mehrheit von 16:15 Stimmen zustande, mit welcher der Antrag abgelehnt wurde, denn die Mehrheit selbst war nicht vollzählig. „Ich hatte Bauchweh, jemanden wie JWA zu unterstützen, der mit rassistischen Parolen um sich wirft, Frauen wegen ihres Aussehens lächerlich macht und Kinder für seine Politik missbraucht – selbst wenn ich den Antrag selbst unterstützenswert finde“, sagt Rohrer.