<BR />In den schmalen Gängen der Käfer-Küche herrscht geschäftiges Treiben, Bedienungen beladen ihre „Schlitten“, die riesigen Serviertabletts, mit knusprigen Hendln, duftendem Kaiserschmarrn und goldbraunen Schnitzeln. An den insgesamt über 3.000 Plätzen im Käferzelt warten schon die hungrigen Gäste voller Vorfreude auf ihre Schmankerl. In der Käfer-Wiesn-Schänke finden 1.164 Gäste Platz. Weitere 200 werden auf der überdachten Terrasse vor dem Bierzelt bewirtet. Und im Garten finden bis zu 1.900 weitere Besucher Platz.<BR /><BR />„Pro Tag gehen hier im Schnitt rund 14.000 Hendln raus“, erzählt Küchenchef Andreas Schinharl. Er ist seit 2007 beim Käfer-Partyservice und weiß, wie die Wiesn läuft. Der Blick in die Küche verdeutlicht diese enorme Zahl: Dicht an dicht reiht sich Hähnchengrill an Hähnchengrill. Während es draußen vor dem Zelt herbstlich kühl ist, drehen sich hier drinnen unermüdlich die Spieße. Das Geflügel brutzelt, bis die Haut knusprig und goldbraun glänzt.<h3> <h3> 75 Mitarbeitende jeden Tag vor Ort im Einsatz</h3></h3>„Jeder hat hier seine feste Aufgabe. Einer brät zum Beispiel den ganzen Tag über ausschließlich Schnitzel – nichts anderes“, erklärt Küchenchef Schinharl und deutet auf einen jungen Mann, der konzentriert vor der großen Grillplatte steht. <BR /><BR />In einer solchen Großküche muss alles gut geregelt sein und jeder seinen festen Platz haben, damit der Betrieb reibungslos läuft. Täglich sind insgesamt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort im Einsatz, weitere 26 unterstützen das Team von außerhalb, beliefern die Küche mit den nötigen Rohstoffen.<BR /><BR />Allein die Kühlzelle der Küche ist so groß wie die gesamte Küche mancher Restaurants. Regalreihen strecken sich hier bis zur Decke, dicht bestückt mit Lebensmitteln. Kein Zentimeter bleibt ungenutzt. Alles folgt einer klaren Ordnung, bis ins kleinste Detail durchdacht. <h3> <h3> 500 Liter Kaiserschmarrn am Tag verbraucht</h3></h3> Wie in der Kühlzelle ist auch in der Küche Effizienz oberstes Gebot. Einzig der Temperaturunterschied zwischen den beiden Arbeitsbereichen ist deutlich spürbar. Auch in der Küche sind die Gänge so schmal, dass kaum zwei Menschen aneinander vorbeikommen. Und dennoch funktioniert das Zusammenspiel reibungslos. Niemand steht still, alle gehen ihren Aufgaben nach. Alles greift Hand in Hand. <BR /><BR />Verschiedene Gerüche hängen in der Luft, von salzig über sauer bis süß. Letzteres vor allem für einen der Klassiker im Käfer-Zelt: den unvergleichlichen Kaiserschmarrn. „Wir brauchen dafür im Schnitt jeden Tag 500 Liter Teig“, sagt der Küchenchef und gibt einen weiteren tiefen Einblick in die Dimensionen an Lebensmitteln, die in seiner Küche während des Oktoberfestes Tag für Tag verbraucht werden. <BR /><BR />Die Gäste, die draußen im Zelt und im Biergarten feiern, bekommen von all dem, was hinter den Kulissen abgeht, nichts mit. Promis – diese zeigen beim Käfer bekanntlich am liebsten ihr neuestes Dirndl oder ihre hippe Lederhose – sind heute offensichtlich keine da. Zumindest keine A-Promis. Dafür brummt es im Zelt aber doch ganz ordentlich. Dabei ist das Käferzelt eigentlich gar kein klassisches Festzelt, sondern ein traditionelles Blockhaus im Stile einer urigen Skihütte. Es herrscht eine urige Atmosphäre. Überall stehen und hängen üppige Blumengestecke. Und die Antiquitäten, mit denen das Zelt ausgestattet ist, sind glatt echt. <h3> Getränkepreise ohne Limit nach oben</h3>Das Ambiente macht schnell klar: Hierher kommt man nicht, um zu sparen. Ohne Reservierung geht gar nichts – und selbst der Tisch hat seinen Preis. Von ein paar Hundert Euro bis in die Tausende ist alles möglich. Ähnlich verhält es sich mit den Getränken. Die Champagnerflasche auf unserem Tisch ist auf der Karte mit 340 Euro vermerkt. Serviert wird der eiskalte Rosé jedoch nicht in feinen Gläsern, sondern in schlichten, grauen Tonkrügen. <BR /><BR />Damit auch der Hunger nicht zu kurz kommt, landet in der Mitte des Tisches eine große Holzplatte. Darauf arrangiert: kleine Holzschachteln mit cremigem Camembert, dazu knusprige Brote mit Tatar belegt und ein Stapel dünn geschnittener Rohschinken. Den Schlusspunkt setzt der Küchenchef persönlich – mit großzügigen Esslöffeln Kaviar, die er direkt auf den Camembert legt.<BR /><BR />Was am Ende bleibt, ist der Eindruck: Im Käfer feiert man ganz nach dem Motto „nobel geht die Welt zugrunde“.