Montag, 26. Februar 2018

Kälte erfasst fast ganz Europa

Das Aufbäumen des Winters ist fast in ganz Europa spürbar. In Rom gilt der Ausnahmezustand. In Österreich ist das Verhüllungsverbot aufgehoben worden.

Die Stadtverwaltung kündigte an, dass die Schulen in Rom auch am Dienstag geschlossen bleiben werden.
Die Stadtverwaltung kündigte an, dass die Schulen in Rom auch am Dienstag geschlossen bleiben werden. - Foto: © APA/AFP

Ein europäischer Überblick:

Italien ist von ungewöhnlicher Kältewelle erfasst

In Rom hat Schnee das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Montagmorgen mit einer ungewöhnlichen weißen Decke überzogen. Alle Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Auch das Kolosseum, Italiens Top-Attraktion, blieb zu. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen. Der Zivilschutz ordnete an, dass das Militär die Straßen räumen solle. Ganz Italien ist derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst. In der Apennin-Bergregion, wo auch vom Erdbeben zerstörte Städte wie Amatrice liegen, sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden. (STOL hat berichtet)

Seit 2012 hat es nicht mehr in der Ewigen Stadt geschneit. In der Nacht auf Montag fegte auch ein sibirischer Sturm durch Rom. Die Stadtverwaltung kündigte an, dass die Schulen in Rom auch am Dienstag geschlossen bleiben werden. Befürchtet wird Glatteis auf den verschneiten Straßen.

Österreich hebt Verhüllungsverbot auf

Angesichts der Kälte erlaubt Österreich Ausnahmen vom Verhüllungsverbot. „Bei diesen Temperaturen wird kein Polizist jemanden belangen, der sein Gesicht zum Schutz vor Kälte verhüllt“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wien am Montag. Seit dem 1. Oktober 2017 muss eigentlich jeder sein Gesicht von der Stirn bis zum Kinn zeigen. Das zielte unter anderem auf islamische Frauen, die Burka oder Nikab tragen. Das Gesetz habe aber Ausnahmen wie eisige Temperaturen vorgesehen, hieß es weiter. Ein konkreter Wert sei nicht angegeben.

Frankreich: Provisorische Notunterkünfte für Flüchtlinge

Auch Frankreich bibberte zum Wochenanfang bei Minustemperaturen, das Wetterphänomen ist dort unter dem Namen „Moskau-Paris“ bekannt – weil die eisige Luft aus Russland nach Westeuropa kommt. Betroffen war besonders der Nordosten des Landes. In den vergangenen Tagen wurden deshalb zusätzliche provisorische Notunterkünfte für Obdachlose geöffnet, allein die Hauptstadt Paris stellte seit Anfang Februar rund 700 Betten etwa in Turnhallen auf.

Personen gehen entlang der Promenade des Anglais in Nizza. - Foto: apa/afp

Polen: Seit Freitag 8 Menschen wegen Kälte gestorben

In Polen sind bei eisigen Temperaturen seit Freitag mindestens acht Menschen gestorben. Das teilte das Sicherheitszentrum der Regierung am Montag mit. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf insgesamt 48. Am Wochenende waren die Temperaturen in Teilen des Landes auf bis zu minus 20 Grad gesunken. Die Behörden warnten auch am Montag vor andauerndem Frost und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen, die von der Kälte besonders bedroht seien.

In Schweden kam es zu Massenkarambolage

Heftiger Schneefall hat am Montag rund um die schwedische Hauptstadt Stockholm zu Chaos auf den Straßen geführt. Der Wagen von Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven kollidierte südlich von Uppsala mit einem querstehenden Laster. Verletzt wurde niemand. „Wir fuhren sehr langsam, es bestand keine Gefahr“, sagte Löfven dem schwedischen Fernsehen SVT. Er habe seine Reise dennoch in einem anderen Fahrzeug fortgesetzt. Nördlich von Stockholm kam es wegen Schneefalls zu einer Massenkarambolage mit 20 Fahrzeugen. Drei Menschen wurden verletzt. Auch im Flugverkehr gab es Störungen. Auf den Flughäfen Arlanda und Bromma waren die Landebahnen zugeschneit. Zahlreiche Starts und Landungen mussten gestrichen werden.

Bulgarien: Behörden riefen höchste Warnstufe aus

Ein heftiger Wintereinbruch hat in Bulgarien den Verkehr stark behindert. Lastwagen blieben wegen Schnees und Eis liegen und blockierten die Europastraße 79 im Nordwesten des Landes. Auch auf der Autobahn von Sofia nach Burgas am Schwarzen Meer war der Verkehr nach Angaben des Fernsehsenders bTV erschwert. In entlegenen Gebieten fiel der Schulunterricht aus. Wegen des Sturms gab es vielerorts Schneeverwehungen.

Die Behörden riefen die höchsten Warnstufen Rot und Orange für gefährliche Wetterverhältnisse aus. Flugzeuge konnten vom Flughafen der Hauptstadt Sofia nicht rechtzeitig starten. Bürgermeisterin Jordanka Fandakowa appellierte an die Einwohner, nach Möglichkeit nicht mit dem Auto zu fahren.

Die Sibirische Kälte hat auch vor Bulgariens Hauptstadt nicht Halt gemacht. - Foto: apa/afp

Griechenland: Im Norden kalt, im Süden frühlingshafte Temperaturen 

Eine Kaltfront hat am Montag den Norden des Landes an der Ägäis erreicht. Aus der Region der Hafenstadt Thessaloniki wurde leichter Schneefall gemeldet. Zahlreiche Flüge nach Thessaloniki waren bereits am Vortag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in vielen Provinzen im Norden Griechenlands aus. Im Süden des Landes zeigten die Thermometer dagegen frühlingshafte Temperaturen um die 15 bis 16 Grad Celsius, wie das Wetteramt mitteilte. Auf Kreta wurden noch höhere Werte erwartet.

Rund um Thessaloniki gab es am Montag heftigen Schneefall. - Foto: apa/afp

dpa

stol