Mittwoch, 26. September 2018

Kälte-Notunterkunft: Proteste dagegen und gegen Proteste

Um 16 Uhr wurde am Mittwoch die Bozner Reschenbrücke gesperrt, um 18 Uhr begann der Protest der faschistischen Partei CasaPound gegen eine Kälte-Notunterkunft für Obdachlose in Bozen. Ihr gegenüber stand das Kollektiv Antifaschistisches Bozen mit zwei eigenen Kundgebungen.

Die CasaPound protestierte gegen eine neue Kälte-Notunterkunft in Bozen. - Foto: wh
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Die CasaPound protestierte gegen eine neue Kälte-Notunterkunft in Bozen. - Foto: wh

Insgesamt waren 3 Veranstaltungen wegen der Öffnung einer Kälte-Notunterkunft für Obdachlose in der Ludwig-von-Comini-Straße vorgesehen: Während CasaPound dagegen protestierte, fanden zwei Gegendemonstrationen zur CasaPound-Kundgebung ebenfalls im Bereich der Reschenbrücke statt, unter anderem organisiert vom Kollektiv Antifaschistisches Bozen. Die Beteiligung an den Kundgebungen war auf beiden Seiten eher spärlich.

CasaPound stellte sich gegen die geplante Öffnung der Kälte-Notunterkunft im November, weil diese „Hunderte Flüchtlinge in das Don-Bosco-Viertel bringen würde“, wo Familien mit Kindern leben.

In Vorbereitung auf die Proteste war die Reschenbrücke von 16 bis 20 Uhr für den Verkehr gesperrt worden, selbst Radfahrer mussten alternative Radwege wählen. Die Umleitungen sorgten für Stau im sowieso schon starken Berufsverkehr.

In den Wintermonaten der vergangenen Jahre wurden in Bozen Kälte-Notunterkünfte für Obdachlose eingerichtet, damit diese die Nacht nicht im Freien verbringen mussten, unter anderem in der Schlachthofstraße und auch in der Stadthalle Bozen. Bedürftige durften von 20 bis 8 Uhr in der Unterkunft bleiben.

stol

stol