Sozialarbeiter kannten die beiden Verstorbenen. Nach Angaben des Fonds Soziales Wien (FSW) gab es immer wieder Kontaktaufnahmen mit ihnen, die Männer wollten aber in keine Notschlafstelle. „Es macht uns tief betroffen, dass die beiden obdachlosen Männer verstorben sind“, sagte Markus Hollendohner, Leiter der Obdach- und Wohnungslosenhilfe im FSW in einer Aussendung. <h3> Kältetelefon als wichtige Anlaufstelle</h3>„Die eisigen Temperaturen der letzten Tage haben das Leben auf der Straße noch einmal verschärft. Leider ist es nicht immer möglich, dass die betroffenen Menschen auch Hilfe annehmen können, die Gründe dafür sind vielfältig“, sagte er und dankte den Streetworkern, die tagtäglich in der Bundeshauptstadt unterwegs sind.<BR /><BR />„Wir sind sehr betroffen und traurig“, schrieb auch Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner am Donnerstag auf Facebook. Er verwies im Gespräch mit der APA auf das Kältetelefon. Dieses verzeichnete zuletzt bis zu 350 Anrufe pro Tag. Allein 8.000 Anrufe habe es in Wien in diesem Winter bereits gegeben. Dadurch „konnten wir gemeinsam mit euch, Rettung und Polizei dutzende obdachlose Menschen in den letzten drei Wochen vor dem Kältetod retten“, schrieb der Caritas-Direktor auf Facebook.<h3> Menschen mit Körpertemperatur von 34 Grad gefunden</h3>Laut Schwertner gab es in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gefährliche Situationen. „In mehr als einem Dutzend Fälle haben wir buchstäblich in letzter Minute dank Hinweise über das Kältetelefon“ Obdachlose noch rechtzeitig gefunden und ins Krankenhaus einliefern lassen, „teilweise mit einer Körpertemperatur von 34 Grad“, sagte Schwertner zur APA. Sie konnten stabilisiert werden. „In mehreren 100 Fällen haben wir Menschen in Notquartiere vermitteln können“, sagte der Caritas-Direktor.<BR /><BR />Er betonte ebenso wie der FSW, dass es genug Schlafplätze gibt, zuletzt wurden sie nochmals aufgestockt. In Wien gibt es rund 1.000 Schlafplätze im Rahmen der städtischen Winternothilfe. Neben 13 Notquartieren stehen bis Ende April auch drei Wärmestuben zur Verfügung. „Es wird alles unternommen, dass niemand abgewiesen werden muss“, sagte Schwertner. Auch er verwies darauf, dass es Gründe gebe, warum Menschen draußen schlafen, etwa psychische Erkrankungen, schlechte Erfahrungen oder weil sie es schwer aushalten, mit so vielen anderen Personen in einem Raum zu schlafen.<h3> Weiterhin eisige Temperaturen in Wien</h3>Dass zuletzt Menschen auf der Straße erfroren sind, „ist einige Jahre her“, sagte Schwertner zur APA. Im Dezember 2019 war ein irakischer Asylwerber auf der Straße in Ottakring tot aufgefunden worden, er war erfroren.<BR /><BR />In Wien halten die eisigen Temperaturen jedenfalls weiter an. Für nächste Woche werden Höchstwerte um null Grad erwartet. Auch bei Temperaturen um die null Grad können obdachlose Menschen an Unterkühlung sterben, warnte Schwertner.