Freitag, 05. Januar 2018

Kämpfe nahe der Hauptstadt im Südsudan

Die seit Weihnachten geltende Waffenruhe im Bürgerkriegsland Südsudan ist erneut gebrochen worden. Bei Kämpfen in der Nähe der Hauptstadt Juba wurden in der Nacht zum Freitag mindestens acht Soldaten und fünf Zivilpersonen getötet, wie Polizeisprecher Justin Daniel Boula mitteilte.

Die US-Botschaft verschärfte angesichts der Kämpfe zunächst bis Montag die für Mitarbeiter geltende nächtliche Ausgangssperre.
Die US-Botschaft verschärfte angesichts der Kämpfe zunächst bis Montag die für Mitarbeiter geltende nächtliche Ausgangssperre. - Foto: © LaPresse

Aus Furcht vor einer neuen Mobilisierung ordnete die Regierung eine bis Freitagnachmittag dauernde Abschaltung des mobilen Internets an. Die US-Botschaft verschärfte angesichts der Kämpfe zunächst bis Montag die für Mitarbeiter geltende nächtliche Ausgangssperre.

Der Polizeisprecher sagte, Getreue des gehassten früheren Generalstabschefs Paul Malong hätten im Vorort Luri eine Stellung der Streitkräfte angegriffen. Nach Angaben von Militärsprecher Lul Ruai Koang werden die genauen Umstände des Zwischenfalls noch geprüft. Die Kriegsparteien hatten sich auf eine Waffenruhe ab 24. Dezember verständigt. Seither ist es vereinzelt zu Kämpfen gekommen, jedoch nicht nahe der Hauptstadt.

Der ölreiche Südsudan erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Ende 2013 brach ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer aus. Seither kamen Zehntausende ums Leben. Rund vier Millionen Menschen – ein Drittel der Bevölkerung – sind vor der Gewalt geflohen. Knapp fünf Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

dpa

stol