Telser galt als wichtiger Fürsprecher des Gedankens des „Independent Living“, der Forderung nach einem selbstbestimmten Leben für alle, unabhängig von körperlichen Einschränkungen, erinnert sein Wegbegleiter Alberto Stenico in den Sozialen Medien. Beharrlich habe er für die volle gesellschaftliche Anerkennung von Menschen mit Behinderung und für ihre gleichberechtigte Teilhabe gekämpft.<BR /><BR />Als Sozialunternehmer baute Telser Strukturen auf, die nicht nur Betreuung, sondern auch echte Chancen boten. Er schuf Ausbildungsplätze, eröffnete neue Arbeitsfelder für jene, die der reguläre Arbeitsmarkt ausschloss, und verband dabei unternehmerisches Denken mit sozialem Verantwortungsbewusstsein.<h3> „Hat gezeigt, dass Inklusion mehr ist als ein politisches Schlagwort“</h3>Kollegen beschreiben ihn als Brückenbauer zwischen Kulturen und Sprachgruppen, als einen Menschen, der es verstand, Fachwissen mit Empathie und Weitblick zu verbinden. Unter anderem war Telser sechs Jahre lang, von 2014 bis 2020, Präsident des Dachverbandes für Gesundheit und Soziales. In dieser Funktion setzte er sich für zentrale Themen wie die Verbesserung der Patientenversorgung, die Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderungen und psychischen Problemen, die persönliche Assistenz sowie die Schaffung von Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigungen ein. An die 60 Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes profitierten von seinem Engagement.<BR /><BR />„Er hat uns gezeigt, dass Inklusion mehr ist als ein politisches Schlagwort“, erinnert sich Stenico. Für viele war er Mutmacher, Vorbild und Ansporn, eigene Initiativen für gleiche Rechte zu ergreifen.<h3> Große Betroffenheit in Politik und Gesellschaft</h3>Mit tiefer Bestürzung reagierten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Soziallandesrätin Rosmarie Pamer auf den Tod Telsers. „Mit Martin Telser verlieren wir nicht nur eine engagierte Persönlichkeit, sondern auch einen Menschen, der mit Herz, Verstand und großem Einsatz für die soziale Gemeinschaft Südtirols gewirkt hat. Sein Engagement wird uns stets Vorbild sein“, erklärte Kompatscher.<BR /><BR />Pamer würdigte Telser als „prägende Persönlichkeit des Sozialwesens in Südtirol“. Gerade im Burggrafenamt sei er eine unverzichtbare Stimme für Zusammenhalt gewesen, er habe Brücken zwischen Institutionen, Ehrenamt und Betroffenen geschlagen und konkrete Lösungen gesucht, wo andere nur Probleme sahen. „Martin Telser war ein engagierter Kämpfer für soziale Gerechtigkeit und ein Mensch, der mit seinem Handeln vielen Hoffnung und Orientierung gegeben hat. Er wird uns fehlen“, so Pamer.<BR /><BR />Bis zuletzt blieb Telser aktiv und übernahm Verantwortung, unter anderem als Obmann des Seniorenwohnheims „Eden“ in Obermais/Meran. Sein unermüdliches Wirken, geprägt von Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Weitblick, wird in dankbarer Erinnerung bleiben.