Das jahrelange Gezerre um die Drusus-Kaserne in Schlanders scheint sich dem Ende zu nähern. Nachdem der Anfang Oktober 2022 erstmals begonnene Abbruch von Teilen der Kaserne nach Eingaben beim Denkmalamt und Protesten zwischenzeitlich gestoppt worden war hat der Gemeinderat nun mit großer Mehrheit beschlossen, diese Abbrucharbeiten fortzusetzen.<BR /><BR />Und zwar in großem Umfang, denn mit Baulos eins („Kaserne Misurata“), zwei („Palazzina Comando“) und drei („Villa Wielander“) wird rund die Hälfte dessen verschwinden, was von der Ex-Kaserne heute noch zu sehen ist. Der Teil der heutigen BASIS und der gegenüber der „Misurata“ liegende Kasernenriegel („Tagliamento“) bleiben erhalten, letzterer wird teils ebenfalls von der BASIS genutzt.<BR /><BR />Alles zusammen ist Teil eines Abbruch- und Entsorgungskonzeptes, das im Gemeinderat diskutiert wurde. Ingenieur Ulrich Innerhofer stellte das Konzept mit geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro vor, Bürgermeisterin Christine Kaaserer erklärte die Vorgeschichte. So sei man vertraglich zum Abbruch von Baulos eins verpflichtet, denn dort errichte das Land die lang erwartete Tiefbauhalle. Was die Lose zwei und drei betrifft, war im Rat zu hören, dass diese teils eh schon zur Hälfte abgerissen bzw. eine „Bruchbude“ seien. Zudem gebe es auch dort Asbestbelastungen. Es gab in der Ratsmehrheit keine Anstalten, diese Teile auch nur irgendwie zu erhalten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1295010_image" /></div> <BR /><BR />Gerda Platzgummer Wellenzohn, Christiane Pircher und Karin Meister fragten im Zuge der Ratssitzung mehrfach nach: Ob man nicht warten und weitere Konzepte entwerfen könne? Ob es nicht sinnvoll wäre, die „Misurata“ nur teils abzureißen? Ob nicht die Gefahr weiterer Gifte im Erdreich drohte samt Kostenaufwand usw.? Gerda Platzgummer Wellenzohn hatte zudem bemängelt, dass ihre Beschlussanträge zur Sache nicht auf die Tagesordnung gesetzt wurden.<BR /><BR />Alle Einwände halfen nichts, der Großteil der Räte – 15 stimmten dem Konzept zu, Meister und Pircher enthielten sich, lediglich Platzgummer Wellenzohn war dagegen – wollte „Nägel mit Köpfen“ machen, wie Referent Günther Bernhart sagte. Er konnte sich auch nicht vorstellen, Los eins nur teils abzureißen, das mache keinen Sinn und führe nur zu einer noch schlechteren Bausubstanz. Eine Schule sei dort nicht vorstellbar, Wohnungen könne man auch im Riegel „Tagliamento“ errichten. <BR /><BR />Auch Georg Hasenburger zeigte sich wenig angetan von weiteren Abbruchverzögerungen. Christian Tappeiner fragte dann noch nach dem Zeitplan. Bei Los eins wird es wohl schnell gehen, denn das Land wolle mit dem Bau beginnen, sagte Bürgermeisterin Kaaserer. Die Lose zwei und drei würden „zeitnah“ abgerissen, ergänzte sie. Somit scheinen die letzten Stündchen für – zumindest große Teile – der Ex-Kaserne geschlagen zu haben.