Samstag, 27. Januar 2018

Kalabrien: Eine Tote nach Brand in Migrantensiedlung

Ein Brand ist Samstagfrüh in einer Barackensiedlung in Rosarno in der süditalienischen Region Kalabrien ausgebrochen, in der mehrere bei der Orangenernte eingesetzte ausländische Schwarzarbeiter schliefen. Dabei kam eine 30-jährige Frau ums Leben, zwei weitere wurden mit Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Zustand der Verletzten sei nicht besorgniserregend.

Foto: © shutterstock

Rund 100 Migranten mussten die Siedlung verlassen, berichteten italienische Medien. Für sie wurde ein Zeltlager eingerichtet. Vermutet wird, dass die Migranten, um sich zu wärmen, ein Feuer angezündet haben, das außer Kontrolle geraten ist. Die Flammen zerstörten über 200 Baracken und Zelte.

In Rosarno sind tausende Migranten und Flüchtlinge untergebracht, die überwiegend in der Landwirtschaft arbeiten. Die Kleinstadt ist bekannt für das gespannte Klima zwischen Einwohnern, ausländischen, oft afrikanischen Erntehelfern und Sicherheitskräften. Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften kritisieren die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Migranten als menschenunwürdig. Viele Erntehelfer werden zudem von der 'Ndrangheta, der kalabresischen Mafia, ausgebeutet.

Der Handel mit illegalen Einwanderern, die auf den Feldern Süditaliens ausgebeutet werden, beschäftigt die italienischen Behörden schon seit Jahren. 2010 waren bei zweitägigen Zusammenstößen zwischen Einwanderern und Einheimischen sowie Polizisten 67 Menschen verletzt worden. Mehr als tausend afrikanische Erntehelfer verließen daraufhin die Stadt aus Angst vor weiterer Gewalt.

apa

stol