Die Tatsache, dass es für den Kalterer See keinen öffentlichen, kostenlosen Zugang gibt, sorgt schon seit Jahren für hitzige Diskussionen. Auch die Landesregierung hat sich der Problematik angenommen: Im November vergangenen Jahres wurde Landesrat Christian Bianchi beauftragt, eine Studie mit Lösungen auszuarbeiten. Diese hat er heute vorgestellt. Zeit, um darüber zu diskutieren, gab es jedoch keine. <BR /><BR />„Wir hatten viele andere Punkte, die besprochen werden mussten. Somit haben wir die Diskussion auf einen anderen Tag verschoben“, erklärt Bianchi. Voraussichtlich wird darüber erst in der letzten Augustwoche gesprochen. Bianchi betont aber, dass auf jeden Fall etwas passieren werde: „Die Bevölkerung erwartet sich eine Antwort. Viele wünschen sich einen öffentlichen Zugang.“ Wie dieser aussehen und vor allem wo er entstehen könnte, das wollte Bianchi neuerlich nicht verraten. <BR /><BR />Derweil hat sich der Kalterer Bürgermeister Christoph Pillon noch nicht von der Aufregung am Donnerstag erholt. Er hat zufällig davon erfahren, dass die Landesregierung einen Plan ausheckt. Mit ihm darüber gesprochen hat aber niemand. Dementsprechend verärgert war er und hat im Laufe des Donnerstagnachmittags so gut wie jeden Landesrat abgeklappert, um zu irgendwelchen Informationen zu kommen.<h3> Pillon: „Der Zugang über das Lido reicht“</h3> Indiskretionen zufolge hat er bei einem Telefonat mit Landeshauptmann Arno Kompatscher ordentlich Dampf abgelassen. „Es kann nicht sein, dass das Land Pläne schmiedet, ohne vorher mit der Gemeinde das Gespräch zu suchen“, sagt Pillon. Von seiner Meinung rückt er sowieso nicht ab: „Der Zugang über das Lido reicht.“ <BR /><BR />Gespräche wird es aber trotzdem geben. Pillon will Bianchi anhören und umgekehrt. „Ich war etwas verwundert über die Härte seiner Aussagen. Ich möchte aber auf jeden Fall seinen Standpunkt verstehen“, sagt der Landesrat. Er stehe der Gemeindeverwaltung, den Vereinen, den Eigentümern und allen beteiligten Akteuren zur Verfügung, um gemeinsam einen ausgewogenen Vorschlag zu entwickeln.<BR /><BR />„Ein Naturjuwel von diesem Wert kann jenen Menschen nicht vorenthalten werden, die den See einfach erleben, an seinem Ufer spazieren oder schwimmen möchten, ohne zwingend dafür bezahlen zu müssen“, sagt Bianchi. Er habe bereits mehrere Orte gefunden, an denen das seiner Meinung nach ermöglicht werden könnte. Einer davon sei der nördliche Teil des Sees: „Es geht dabei nicht um die Errichtung eines ausgestatteten Strandes, sondern um einen einfachen öffentlichen Zugang. Dieser soll in einer vollständig natürlichen Umgebung, unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf die Umwelt, die Tierwelt und die landschaftlichen Gegebenheiten geplant werden“, erklärt er.