Donnerstag, 24. August 2017

Kalterer See: Wassergüte und Nixkraut immer im Auge

Das Biologische Labor der Landesumweltagentur beobachtet die Wassergüte und die Pflanzen im Kalterer See. Das Wachstum des Nixkrautes ist dieses Jahr bisher im Rahmen.

Das Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und die gelbe Teichrose (Nuphar lutea) im Kalterer See. - Foto: Landesumweltagentur
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Das Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und die gelbe Teichrose (Nuphar lutea) im Kalterer See. - Foto: Landesumweltagentur

Das Nixkraut, eine Wasserpflanze, hatte sich 2015 im Kalterer See explosionsartig vermehrt. Heuer hingegen ist das Wachstum des Nixkrautes im Kalterer See normal. Dies bescheinigen Kontrollen des Biologischen Labors der Umweltagentur des Landes.

Maßnahmenpaket entwickelt

Unter Federführung der Landesagentur für Umwelt und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kaltern wurde nach der großen Ausbreitung des Nixkrautes im Kalterer See 2015 ein Maßnahmenpaket für die nachhaltige Entwicklung des Kalterer Sees ausgearbeitet, das nun auf den Weg gebracht wird.

Darin sind verschiedene Maßnahmen enthalten, um die ökologische Widerstandsfähigkeit des Sees gegenüber Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern.

Ständige Überwachung der Entwicklung des Nixkrautes

Seit 2015 überwachen Mitarbeiter des Biologischen Landeslabors und der Gemeinde Kaltern während der Sommermonate die Entwicklung des Nixkrautes ständig.

„Für den Lebenszyklus eines Sees spielt die Biodiversität eine wichtige Rolle“, erklärt Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors der Landesumweltagentur. Auch das gehöre zum natürlichen Artenspektrums des Sees, so die Direktorin.

„Wasserpflanzen binden während ihres Wachstums Nährstoffe, welche dann beispielsweise nicht mehr für das Algenwachstum (Trübheit) zur Verfügung stehen. Werden die Wasserpflanzen gemäht und entfernt, so werden dem See die in diesen Pflanzen gebundenen Nährstoffe dauerhaft entzogen, andere Pflanzen können sich aber erholen und ihren Raum zurückgewinnen“, erklärt Stenico.

Explosionsartige Vermehrung wie 2015 vermeiden

Eine der Maßnahmen für die nachhaltige Entwicklung des Kalterer Sees ist die Beobachtung des Nixkrauts. Ziel ist es dabei, eine explosionsartige Vermehrung wie 2015 zu vermeiden oder zumindest deren Frequenz möglichst in Grenzen zu halten.

Dafür soll eine ausgewogene Artenpalette an Wasserpflanzen im See wiederhergestellt werden. Die wöchentlich durchgeführten Beobachtungen und Überprüfungen direkt vor Ort durch Mitarbeiter des Landeslabors bestätigen, dass das Wachstum heuer bisher in einem normalen Ausmaß erfolgt.

Medienberichte falsch

In einigen Medienberichten gab es letzthin Meldungen über das verstärkte Auftreten dieses Krautes. „Tatsächlich handelt es sich aber dabei teilweise um eine Verwechslung“, sagt Stenico.

Die von den Medien gebrauchten Abbildungen zeigen nämlich laut Stenico das Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und die gelbe Teichrose (Nuphar lutea). Auch diese kommen im Kalterer See vor und zeigen heuer ein leicht verstärktes Wachstum. 

Segler, Angler, Wind und Wetter brechen im Zuge ihrer Tätigkeiten diese Pflanzen in kleinen Mengen ab. Durch die Strömungen und dem Wind werden die Pflanzenreste in bestimmte Bereiche des Sees verfrachtet und sammeln sich dort an. Tatsächliche handelt es sich bei den vorgefundenen Pflanzenmaterial nicht um das Nixkraut.

Mäharbeiten finden später statt

Heuer werden die Wasserpflanzen im Kalterer See zu einem späteren Zeitpunkt gemäht und entfernt, damit sich andere Pflanzenarten erholen und ihren Raum zurückgewinnen können.

lpa

stol