„Ich musste nicht lange überlegen, denn die Möglichkeit, eine lückenlose Autogrammsammlung namhafter Alpinistinnen und Alpinisten in unser Archiv zu integrieren, kommt so rasch nicht wieder“, sagt der Vorsitzende der ÖAV-Sektion Innsbruck, Klaus Oberhuber, und schlug rasch zu. Nun befindet sich die Sammlung im Archiv der ÖAV-Sektion in Innsbruck.<h3> Infos, Autogramme und persönliche Zeilen</h3>Auf die Idee zum Aufbau dieser Sammlung war Jochen Mischke Anfang der 1980er-Jahre durch das Buch „Bis zum Gipfel der Welt“ aus dem Jahre 1959 gekommen, in dem spannende Geschichten zu 8.000er-Besteigungen, von denen damals freilich erst wenige gelungen waren, erzählt werden. <BR /><BR />Mischke schrieb also einen Brief nach Neuseeland an „Sir Edmund Hillary, first man on Mount Everest, Auckland, New Zealand.“ Und zu seinem Erstaunen kam tatsächlich eine Antwort. Allerdings klingelte auch die Staatssicherheit an Mischkes Tür und wollte wissen, warum er Kontakte nach Neuseeland pflege. Doch der Stasi-Beamte war selbst begeisterter Kletterer und konnte überzeugt werden, dass es sich um ein harmloses Hobby handelte. Und so füllten sich über die Jahre vier Ordner, prall gefüllt mit Informationen, Zeitungsausschnitten, diversem Biografischem zu den Personen, den Autogrammen und oft auch sehr persönlichen Zeilen an Mischke.<h3> Kammerlander, Patscheider und Co.</h3>So schrieb ihm die Steineggerin Tamara Lunger, die 2010 als jüngste Frau auf dem Gipfel des 8.516 Meter hohen Lhotse stand, in Anspielung auf Mischkes Heimat: „Ich kenne das Elbsandsteingebirge nur von Fotos und Filmen. Es muss gewaltig sein, dort zu klettern. Ich empfinde es als eine Kunst und fürchte mich eher bei dem Gedanken. Aber wer weiß.“ Dazu zeichnete sie einen Smiley und ein Blümchen.<BR /><BR />In die Reihe der Autogramm- und Briefschreiber reihten sich u. a. auch Reinhard Patscheider aus Langtaufers ein, der Annapurna, Everest und Makalu bestiegen hatte. Selbstverständlich auch Hans Kammerlander, der zwölf der 14 Achttausender bestiegen hat. Aber auch Karl Unterkircher, der 2004 innerhalb von 63 Tagen den Mount Everest und den K2 ohne Sauerstoff erklomm und damit einen Weltrekord aufstellte. Der Wolkensteiner verunglückte 2008 am Nanga Parbat tödlich.<h3> Schatzkiste hat neue Heimat gefunden</h3>Neben den 8.000er-Besteigern sammelte Mischke auch noch „Bergsteigerlegenden“. Und da findet sich, wie sollte es anders sein, gleich auf der ersten Seite ein Foto mit Unterschrift von Luis Trenker. Aber auch zahlreiche Südtiroler Alpinistinnen und Alpinisten der jüngeren Generation findet man in dem Ordner: Angelika Rainer, Simon Gietl, Roland Mittersteiner, Oliver Renzler …<BR /><BR />Und so hat Mischkes unschätzbar wertvolle Sammlung im Archiv des Innsbrucker Alpenvereins, das ohnehin eine Schatzkiste für sich ist, eine neue Heimat gefunden.