„Seit heuer, 20. März, habe ich Stadium 4, das Endstadium, erreicht. Mein Hausarzt meinte, ich müsste Pflegestufe 3 kriegen. Stattdessen wurde mir Ende September beschieden, dass ich in Pflegestufe 1 verbleibe“, sagt Langer.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62070479_quote" /><BR /><BR />Die Pensionistin hat ihre Krankengeschichte fein säuberlich in einer Mappe gesammelt. Im fernen März 2010 waren ihr erstmals 115 Pflegestunden und somit Pflegestufe 1 zuerkannt worden. <BR /><BR /> „Im Oktober 2018 wurde kontrolliert, ob diese Pflegestufe noch entspricht und obschon meine Lungenkrankheit eine degenerative Krankheit ist, wurden mir damals nur mehr 66 Pflegestunden zuerkannt und ich verblieb in Pflegestufe 1. Mir wurden die Pflegestunden halbiert, gerade so, als hätte sich bei mir eine wundersame Heilung eingestellt. Aber für diese Krankheit gibt es keine Heilung, sie wird nur schlimmer“, sagt die chronisch kranke Rentnerin. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960541_image" /></div> <BR /><BR />Letzter Akt am vergangenen 10. Juli. Nach einem Besuch des Pflegegeld-Einstufungsteams wurden der schwerkranken Frau 87 Pflegestunden zuerkannt sprich weiterhin Pflegestufe 1.<BR /><BR /> „Ich hänge 24 Stunden an der Sauerstoffflasche. Ohne sie kann ich nicht existieren, ich würde ersticken. Ich brauche 2 Liter Sauerstoff je Minute. Ich könnte ohne meinen Mann, der mich pflegt und sich um alles kümmert, nicht daheim wohnen bleiben“, sagt Ingeborg Langer, die zudem bereits seit 16 Jahren mit einem Herzschrittmacher lebt. „Je weniger gut ich schnaufen kann, umso mehr wird das Herz strapaziert“, sagt sie.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62070477_quote" /><BR /><BR />Am schlimmsten sei die Panik nicht genug Luft zu bekommen und zu ersticken. „Allein schon beim Aufstehen muss ich am Bettrand aufsitzen, um wieder genügend Luft zu bekommen. Dann kann ich erst aufstehen. Dann muss ich inhalieren, sonst ,derschaff‘ ich’s gar nicht. Dann geh ich langsam ins Bad. Mich zu waschen trau ich mich nur, wenn mein Mann in Haus ist“, sagt sie und schaut nach dem Sauerstoff-Schläuchchen, das ihre Lebensader ist. Manchmal stolpere sie fast drüber, manchmal trete sie drauf und kriege fast keine Luft.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62070478_quote" /><BR /><BR />Gegen die Einstufung im Juli habe sie – auch auf Anraten des Hausarztes – rekurriert und Ende September die abschlägige Antwort bekommen. „Ich brauche massive Pflege“, unterstreicht sie und das habe sie auch dem Landesamt für Pflegeeinstufung geschrieben. „Ich habe um Einsicht ins Einstufungsprotokoll gebeten, aber das könne ich nur, wenn ich es persönlich in Bozen abholen würde. Aber wie soll ich denn nach Bozen kommen mit meiner Sauerstoffflasche“, sagt sie. <h3> „Nur kurzer Besuch des Einstufungsteams“</h3>Sie bemängelt auch, dass das Einstufungsteam nur kurze Zeit in der Wohnung ist. „Wie kann man auch in einer Stunde alle Befunde bewerten. Wäre das Team einen Tag bei mir, würden sie verstehen, wie ich mich plagen muss, dass ich 10 Minuten rasten muss, bis ich es wieder ,derschnaufe‘. Ich befinde mich im COPD-Endstadium, ich weiß nicht, wie lange ich noch lebe. Mein Mann ist mein Pfleger, er muss alles tun und traut sich nicht mehr weg aus der Wohnung. Er ist genauso geplagt wie ich. Ja, wenn man uns Alte nicht will, dann gebt uns doch eine Spritze, damit es ein Ende nimmt“, sagt sie.<BR /><BR />Ende Jänner 2024 könnte sie erneut um eine Neueinstufung ansuchen. „Bis das Pflegeteam kommt, vergehen 4 Monate, und bis der ganze Iter durchlaufen ist, wird es wohl Ende 2024 sein. Vielleicht reicht es da ein Kerzl aufs Grab tun, dann brauche ich nichts mehr“, sagt die Schwerkranke.