<BR />Die Belastung der Kappra-Quellen mit dem Pestizid-Abbauprodukt Metolachlor-ESA habe sich seit der ersten Messung im April 2024 nicht verbessert, betonen die Grünen. Dennoch seien laut Umweltlandesrat Brunner keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen geplant. Die Landesregierung setze weiterhin auf einen „natürlichen Abbau“ der Schadstoffe im Boden und Grundwasser, ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinziehen könne.<h3> „Bankrotterklärung für proaktive Umweltpolitik“</h3>Die Grünen bezeichnen diese Haltung als „Bankrotterklärung für eine proaktive Umweltpolitik“. Deren Sprecher Maximilian Gartner sagt: „Anstatt unser wertvollstes Gut, das Trinkwasser, aktiv zu schützen, kapituliert die Landesregierung vor dem Problem und vertröstet auf eine Besserung in ferner Zukunft.“ Das Vertrauen darauf, dass sich die Schadstoffe von selbst abbauen, sei laut den Grünen „eine gefährliche Illusion“. Sie sehen darin eine ernsthafte Gefahr für Gesundheit, Umwelt und die langfristige Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.<h3> Grüne fordern umfassendes Maßnahmenpaket</h3>Besonders kritisch bewerten die Grünen, dass die Empfehlungen des landwirtschaftlichen Beratungsringes (BRING), etwa die Verringerung der Düngung, bisher nicht verbindlich umgesetzt wurden. Auch zusätzliche Einschränkungen in der Wasserschutzzone III seien derzeit nicht vorgesehen. Statt gezielter Auflagen setze die Landesregierung weiterhin auf Freiwilligkeit und Aufklärung der Bauern – ein Ansatz, der nach Ansicht der Grünen „nachweislich versagt“ habe. Die Verantwortung für die anhaltende Belastung werde damit auf die Allgemeinheit und die Stadtwerke Bruneck abgewälzt, anstatt die Verursacher direkt in die Pflicht zu nehmen.<BR /><BR />Die Grünen fordern daher ein umfassendes Maßnahmenpaket: verbindliche Regeln für die Landwirtschaft in sensiblen Gebieten, strengere Schutzzonen, einen aktiven Sanierungsplan für die Böden, klare Zwischenziele mit jährlicher Berichterstattung sowie eine Ausweitung der Förderungen für Betriebe mit ökologischer Bewirtschaftung. Zudem müsse das Land eine strategische Langzeitplanung für die Sicherung der Trinkwasserqualität vorlegen und regelmäßig über Fortschritte informieren. „Abwarten ist keine Option mehr“, betont Gartner. „Es geht um die Zukunft unseres Wassers – und damit um die Grundlage unseres Lebens.“