Finanzwache-General Francesco Attardi hält sich zu den Ermittlungen noch bedeckt. Auch wenn gegen weitere auch durchaus bekannte und schillernde Personen und Persönlichkeiten ermittelt wird – Namen will der General keine nennen. Fest steht, dass Riesentorlaufspezialistin Denise Karbon Geld ins Ausland – genauer gesagt, in die Schweiz – gebracht hat. Laut bisherigem Ermittlungsstand soll ihr ein Finanzberater dabei geholfen haben – auch gegen ihn wird übrigens ermittelt. Steuervergehen: Schärfere Regeln für FinanzbeamteWie viele andere italienische Staatsbürger hat auch sie den Steuerschild in Anspruch genommen und das Geld gegen Bezahlung eines vorher festgelegten Fixbetrags an den Fiskus nach Hause zurück geholt. An sich ist der Steuerschild eine Sicherheit, um nicht strafrechtlich belangt zu werden. „Das gilt aber nicht für Finanzbeamte. Ein Gesetz aus dem Jahr 1941 besagt, dass Finanzbeamte, die in irgendeiner Weise den Fiskus zu hintergehen versuchen, beim Militärgericht angezeigt werden“, erklärt General Attardi. Denise Karbon nimmt StellungDenise Karbon selbst weist die Vorwürfe von sich. Über ihren Anwalt Carlo Bertacchi erklärt sie am Montagvormittag in einer Stellungnahme, dass sie alle ihre Einkünfte besteuert hat. Hier die vollständige Stellungnahme der Skirennläuferin:„Mit Bezug auf die in den letzten Tagen erschienenen Zeitungsartikel stelle ich klar: Mit Empfehlung von Kollegen habe ich eine auf diesem Gebiet spezialisierte Agentur beauftragt, meine Verbindungen zu Sponsoren zu verwalten. Als mir klar wurde, dass diese Verwaltung nicht korrekt abgewickelt wurde, habe ich mein Mandat wiederrufen und meine Position geregelt. Ich bestätige ausdrücklich, dass meine gesamten Einkünfte in Italien erklärt und besteuert werden.“Ermittlungen laufenDer Staatsanwalt des Militärgerichts und Südtirols Leitender Staatsanwalt Guido Rispoli haben sich darauf geeinigt, dass die Ermittlungen vorerst in Südtirol von der Staatsanwaltschaft beim Landesgericht durchgeführt werden und eventuelle Ergebnisse weitergeleitet werden. Einen Betrag für den mutmaßlichen Steuerbetrug von Denise Karbon will Attardi nicht nennen. „Die Ermittlungen haben gerade erst angefangen. Wir sind noch dabei, alles zu überprüfen“, sagte er gestern den „Dolomiten“. Insgesamt stehen auf der Liste, die die Finanzwache in Südtirol überprüft, rund 60 Personen: Unternehmer, Geschäftsleute und Sportler – auch solche, die ebenfalls der Finanzwache angehören wie Denise Karbon, bestätigt Attardi.Laut General Attardi steht aber noch viel Ermittlungsarbeit bevor: Es muss überprüft werden, wer wieviel Geld ins Ausland gebracht hat, ob der Steuerschild benutzt wurde und in welchem Ausmaß. Dazu werden die vorliegenden Unterlagen und Dokumente kontrolliert und die Finanzwache wird versuchen, den Geldfluss nachzuvollziehen.stol/uli/D