Über dieses mangelnde Gespür für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung und die Missachtung eindeutiger Gesetze und Verordnung sei er enttäuscht und verärgert, sagt er. Was der Bürgermeister Robert Alexander Steger von Prettau dazu sagt. <BR /><BR />Mit der Beschwerde des Urlaubers konfrontiert, erklärte der Prettauer Bürgermeister Robert Alexander Steger zunächst, dass nahe des Kassenautomates-Bereiches eine Fläche für 6-7 Parkplätze für Menschen mit Behinderung reserviert seien. Da es sich um einen Schotterparkplatz handelt, seien diese Stellflächen zwar nicht mit horizontaler Markierung, sondern mit Klebeschildern gekennzeichnet. Ein Lokalaugenschein aber belehrte ihn dann eines Besseren: Es gab keine mit Klebeschildern gekennzeichneten Parkplätze. <BR /><BR />Neben seinem Ärger über die fehlenden Parkplätze für Menschen mit Behinderung, kritisiert der Gast aus Mailand auch die seiner Meinung nach zu hohen Parkgebühren, die für Pkw mit zwei Euro pro Stunde und maximal 15 Euro pro Tag festgesetzt sind. Und überhaupt, so vertritt er, sollten Menschen mit Behinderung auf den für sie ausgewiesenen oder gekennzeichneten Stellflächen kostenlos parken dürfen. <h3> Missstand wird behoben</h3>Mit seiner Kritik dürfte der Gast aus Mailand nun einiges ins Rollen gebracht haben. Bürgermeister Steger hat zugesichert, dass am Parkplatz im Bereich der Kassenautomaten nahe der Ein- und Ausfahrt gut sichtbar Tafeln angebracht werden, die die dortigen Parkplätzen als Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigung ausweisen. 7 Parkplätze müssten sich dort ausgehen, schätzt er. Damit würde dann so ziemlich auch dem Dekret des Landeshauptmannes vom 9. November 2009 entsprochen, in dem es heißt: „Auf öffentlichen oder öffentlich zugänglichen privaten Parkplätzen muss je 20 Plätze und einen weiteren Bruchteil von 20 ein Stellplatz für Personen mit Behinderung vorhanden sein“. <BR /><BR />Zum Verweis des Gastes, dass Menschen mit Behinderung auf dem Parkplatz bei der Naturpark-Infostelle kostenlos parken dürfen sollten, erklärt der Bürgermeister, dass dies nicht möglich sei, da es dann die ganze Zeit über einen Parkwächter bräuchte, der jeweils bei Bedarf die Schranke bei der Ausfahrt öffnet oder ein Ticket zur kostenfreien Ausfahrt aushändigt. <h3> Eine Überlegung wert</h3>Wie es aber dennoch recht unkompliziert geht und ginge, haben Mitarbeiter des in der Naturpark-Infostelle untergebrachten Tourismusbüros schon einige Male vorgemacht: Gegen Vorweis des Behindertenausweises haben sie Betroffenen ein Ticket für die kostenfreie Ausfahrt ausgehändigt. <BR /><BR />Auf die Frage, ob dies nicht überhaupt eine Lösung sein könnte, räumt der Bürgermeister ein, dass es eine Überlegung wert sei und er sie im Gemeindeausschuss vorbringen werde. Gottfried Strauß, der Direktor des Tourismusvereins Ahrntal, erklärt: „An uns soll es nicht liegen. Wenn es die Gemeinde beschließt, übernehmen wir dies gerne auch ganz offiziell“. Und noch etwas will der Bürgermeister dem Ausschuss vorschlagen: Auf einem kleinen nahe des Gasthofes „Tauernrast“ befindlichen gemeindeeigenen Grundstück 3 gebührenfreie Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigung auszuweisen. <h3> Parktarif</h3>Zur Kritik an den so stark angehobenen Parkgebühren in Kasern, verweist Steger auf verschiedenen andere Gemeinden, die ebenfalls die Parktarife erhöht haben, vor allem aber darauf, das Prettau mit Kasern und Heilig Geist ein beliebtes Ausflugsziel ist, von den Tagesgästen aber wenig Geld in der Gemeinde bleibe. Die Einnahmen aus den Parkgebühren verwende die Gemeinde u.a. um die Betriebskosten für die Naturpark-Infostelle zu decken und für andere laufende Ausgaben. <BR /><BR />Sinn der Gebührenerhöhen sei es aber auch gewesen, Menschen verstärkt anzuregen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzten.