Freitag, 25. November 2016

Kassation: Strafmaß für Mordversuch neu bewerten

Schon in den kommenden Tagen dürfte sich für Johann Paul Oberkofler (56) aus Luttach die Zellentür öffnen. Er war wegen des Vorwurfs, am 27. November 2012 mit einer Ahle und einem Hammer auf seine Frau Brigitta Steger (46) losgegangen zu sein und sie schwer verletzt zu haben, zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Die Frau liegt seit damals im Koma.

Paul Oberkofler, der wegen versuchten Mordes an seiner Frau vor Gericht steht - Archivbild
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Paul Oberkofler, der wegen versuchten Mordes an seiner Frau vor Gericht steht - Archivbild

Das Kassationsgericht in Rom hat die Beschwerde von Staatsanwältin Luisa Mosna zum Urteil des Oberlandesgerichtes, das mehrere der von der Anklage eingebrachte Erschwernisgründe gekippt hatte, in allen Punkten angenommen.

Die Verurteilung Oberkoflers wegen Mordversuchs wurde bestätigt, der Fall geht aber ans Oberlandesgericht Trient, das erneut über die erschwerenden Umstände der Grausamkeit und der Ausnutzung der Wehrlosigkeit des Opfers befinden muss.

Wegen Nötigung war Oberkofler frei gesprochen worden, auch dazu muss sich das Oberlandesgericht Trient äußern. Und schließlich müssen die Richter entscheiden, ob die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit, die Oberkofler zugestanden worden war, wirklich vorlag.

Die Haftstrafe ist – wie die Höchstrichter weiters entschieden haben – sofort vollstreckbar. Sobald die Staatsanwältin die offizielle Mitteilung aus Rom erhält, wird sie den Vollstreckungsbefehl ausstellen. Oberkofler ist zur Zeit in einer Therapieinrichtung untergebracht. 

rc

stol