„Bis Anfang Juni war es extrem trocken. Dann war es ein Glück, dass es ergiebig geregnet hat – hier bei mir in Burgstall waren es innerhalb von etwa zehn Tagen fast 140 Millimeter. Ohne diesen Regen wäre die Situation jetzt wohl katastrophal“, fährt Hans Laimer fort. Die Befruchtung während der Blüte sei heuer dank des schönen Wetters von Mitte Juni bis Anfang Juli extrem gut gewesen. Deshalb finde man auf den Bäumen auch sehr viele Kastanienigel. „Über den Inhalt kann man aber noch nichts sagen“, erklärt der Experte. <BR /><BR />Da man Edelkastanien – anders als Äpfel oder Trauben – nicht ausdünnen könne, wäre es wichtig, wenn ein Teil der „Keschtn“-Igel bald von den Bäumen fallen würde. „Wenn zu viele Igel auf einem Baum sind, gibt es zwar viele Kastanien, aber sie bleiben meist klein. Kommt dann noch Trockenheit dazu, wirkt sich das zusätzlich negativ auf die Größe aus“, weiß Laimer aus Erfahrung.<h3> Für Wachstum braucht es Regen</h3>Eines betont der Burgstaller Bauer: „Der August ist der entscheidende Monat dafür, ob die Kastanien groß werden. Deshalb bräuchte es für das Wachstum Regen, danach schaut es derzeit aber nicht aus. In diesem Fall ist die Bewässerung sehr wichtig. Sonst bleiben die Früchte klein, weil sich die Kastanie eben erst im August richtig entwickelt.“ Unwetter seien hingegen alles andere als willkommen. Denn aufgrund der vielen „Keschtn“-Igel komme sehr viel Gewicht zusammen, wodurch Äste abbrechen könnten, im Extremfall würden sogar ganze Bäume umgerissen – vor allem junge. <BR /><BR />Ab wann wird die Südtiroler Gelbe heuer geerntet? „In tieferen Lagen – etwa auf 350 Metern – dürfte die Ernte um den 20. September beginnen“, schätzt der „Keschtn“-Hans, wie Laimer landesweit genannt wird. Die Haupternte stehe dann voraussichtlich ab Ende September an. Für den Absatz sei eine frühe Ernte gut. „Dann kann schon früh mit dem Verkauf begonnen werden, und die einheimischen Kastanien werden den ausländischen vorgezogen“, sagt der Bauer. „Wenn es zu dieser Zeit aber noch warm ist, haben die Leute halt wenig Lust auf Kastanien.“<BR /><BR />Hohe Temperaturen während der Ernte wären auch in Sachen Pilz Gnomoniopsis ein Problem, denn reife Kastanien würden sich dadurch im Inneren schwarzbraun verfärben und unbrauchbar werden. „Sie ersticken“, erklärt Laimer. „Der Befall wird aber erst sichtbar, sobald nach dem Kochen oder Braten die Schale entfernt wird. Der Kunde ist dann zu Recht enttäuscht.“ Deshalb sei es wichtig, die „Keschtn“ nach dem Abfallen vom Baum rasch aufzusammeln und zu kühlen.