Es ist ein Bild, an das man sich in Gröden erst gewöhnen muss: Zwischen Wintersportlern und Skitouristen tauchen plötzlich Beamte aus dem Wüstenstaat Katar auf. Wenn am heutigen Mittwoch der Startschuss für die Skirennen „Arma 1814 Ski Challenge“ der Carabinieri fällt, sind die Katarer nicht nur als Zuschauer dabei. <BR /><BR />Die Mitglieder der Spezialeinheit „Lekhwiya“ nehmen aktiv an den Wettkämpfen teil – ein Höhepunkt einer Ausbildung, die bereits vor rund einem Monat an der Saslong begann.<h3> In roten Anzügen über die Saslong</h3>Bereits um die Weihnachtsfeiertage sorgte eine 25-köpfige Gruppe in auffällig roten Skianzügen für Getuschel an den Grödner Liftstationen. Es war die persönliche Leibgarde des Emirs von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani. Im Alpinen Zentrum der Carabinieri in Wolkenstein holten sie sich unter Südtiroler Anleitung das nötige Rüstzeug für den Dienst im Schnee.<BR /><BR />Dass die Wüstenbewohner das Skifahren so ernst nehmen, hat einen strategischen Grund: Katar unterstützt die Sicherheitskräfte bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026. <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/panorama/getarnte-super-gelaendewagen-fuer-olympia-katars-polizei-trifft-in-mailand-ein" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Erst am Montag landete dazu in Mailand eine über 100 Einsatzkräfte starke Delegation aus Katar. </a><BR /><BR />Im Gepäck hatte sie schweres Gerät – darunter Panzerfahrzeuge und robuste Geländewagen. Die Elite-Einheiten kommen während der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina zum Einsatz, um die italienischen Behörden logistisch und operativ zu unterstützen.<h3> Gerüchte um royalen Besuch</h3>Hinter der sportlichen Ausbildung der Garde steckt aber womöglich mehr als nur olympische Pflicht. Der Emir selbst ist ein bekennender Sportfan und Mitglied des IOC. Angesteckt von seiner Cousine, der Extrembergsteigerin Asma al Thani (die bereits mehrere Achttausender bezwungen hat), soll der Scheich nun auch die Skipisten für sich entdeckt haben.<BR /><BR />Seit längerem gibt es Gerüchte, dass der Emir während Olympia eine Reise zu den Spielen antreten könnte. Sollte Al Thani also bald tatsächlich auf einer Skipiste abschwingen, ist seine Leibgarde dank des Trainings in Wolkenstein bestens darauf vorbereitet, ihn auch im steilen Gelände sicher zu begleiten.<h3> Mehr als nur ein Skirennen</h3>Dass die Leibwächter mittlerweile tatsächlich sicher auf den Brettern stehen, können sie ab morgen unter Beweis stellen. Sie werden dort an den Rennen der „Arma 1814 Ski Challenge“ teilnehmen.<BR /><BR />Dahinter verbirgt sich weit mehr als ein gewöhnliches Skirennen. Es handelt sich um die Weiterentwicklung der umfangreichsten Hochgebirgsübung der Carabinieri, die nun bereits in der zweiten Auflage als großes Sportevent ausgetragen wird. Organisiert von der Verteidigungsgesellschaft „Difesa Servizi S.p.A.“, dient die Veranstaltung – die bereits am vergangenen Wochenende eröffnet wurde – dazu, die alpinen Fähigkeiten der Truppe von der Pistenrettung bis zum Zivilschutz unter Beweis zu stellen.<BR /><BR />Rund 250 Athleten messen sich in Disziplinen wie Riesentorlauf, Langlauf und dem Patrouillenlauf auf Tourenskiern, bei dem auch die Treffsicherheit mit der Karabiner-Büchse gefragt ist. Neben den Carabinieri und der Delegation aus Katar treten auch Sportler anderer Waffengattungen sowie internationale Polizeidelegationen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz an.<h3> Spektakel für das Publikum</h3>Wer die katarische Einheit und die zahlreichen Carabinieri-Athleten in Aktion sehen will, hat dazu ab morgen in Wolkenstein reichlich Gelegenheit. Das Programm ist vielfältig: Neben den sportlichen Wettkämpfen im Alpinen Ausbildungszentrum locken Hubschrauber-Vorführungen und Ausstellungen der neuesten Einsatzfahrzeuge, wie etwa der PS-starken Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio.<BR /><BR />Für die Preisverleihung am 31. Januar hat sich hohe Prominenz aus Rom angekündigt: Neben Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida und der Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Isabella Rauti, wird auch der Generalkommandant der Carabinieri, Salvatore Luongo, in Wolkenstein erwartet.<BR /><BR /> Der Besuch aus Katar ist übrigens kein Zufall, sondern Teil eines Abkommens: Während die Katarer in den Dolomiten den Slalom üben, trainieren italienische Einheiten im Gegenzug regelmäßig in der Wüste. Ein diplomatischer Austausch, der morgen auf der Grödner Piste seine sportliche Fortsetzung findet.