Donnerstag, 09. Januar 2020

Katastrophenalarm in Australien verlängert

Die Hitze in Australien schlägt die bisher gemessenen Rekorde. Nie ist es auf dem von verheerenden Buschfeuern geplagten Kontinent wärmer und trockener gewesen als im vergangenen Jahr, wie das Amt für Wetterkunde am Donnerstag mitteilte. Unterdessen könnte sich die Lage bei den Bränden noch einmal zuspitzen. In Teilen des Landes wurde der Katastrophenalarm verlängert.

Die Australier kämpfen erbittert gegen die Ausbreitung der Buschbrände.
Die Australier kämpfen erbittert gegen die Ausbreitung der Buschbrände. - Foto: © APA/afp / SAEED KHAN

2019 war das wärmste Jahr in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen, wie das Amt für Wetterkunde in seinem jährlichen Klimabericht erklärte.
Vor allem Hitzewellen würden häufiger und extremer.

Der Bundesstaat Victoria rief wegen der Buschbrände für 2 weitere Tage den Katastrophenalarm aus. Dort sollen die Feuer noch einmal schlimmer werden. Die Maßnahme erlaubt Behörden und Helfern, zusätzliche Kräfte zu mobilisieren und Evakuierungen durchzusetzen.

„Wir haben das gemacht, weil wir glauben, dass es Leben retten wird, und das ist schließlich die wichtigste Sache“, sagte der Premier von Victoria, Daniel Andrews, am Donnerstag.

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Der 6 Millionen Einwohner zählende Bundesstaat im Südosten des Landes ist wie das benachbarte New South Wales besonders von den Bränden betroffen.

Das Feuer hat auch für die Känguru-Insel, ein Urlaubsziel im Süden des Landes, verheerende Folgen.

Löschhubschrauber flogen über die Insel, auch dort gab es Evakuierungen.

„Es ist wirklich schlimm“, sagte der in Adelaide lebende Deutsche Kai Linke. Seine Schwester Katja habe dort vergangenes Wochenende ihr Haus verloren, eine Tierschutz-Station namens „Paul's Place“. Viele Tiere wie Emus und die Reptilien seien dabei umgekommen, die Koalas hätten aber überlebt.

Seine Schwester habe 20 Minuten gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen, schilderte Linke. Sie habe gerade noch ihren Computer, Hunde, Katzen und ein paar Baby-Kängurus mitnehmen können.

Jetzt müsse sie schon wieder ihre Sachen packen. Seinem Schwager als Farmer erging es laut Linke besser als anderen auf der Insel – seine Tiere schafften es. Andere Farmer auf der Insel hätten ihr Vieh nach den Bränden erschießen müssen.

apa/dpa

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