Jetzt geht es wieder los: Unterlagen werden zusammengesucht, denn die Steuererklärung muss gemacht werden. Ein Teil der Einkommensteuer – 8 Promille – können Steuerzahlende dem Staat oder kirchlichen Institutionen zukommen lassen. Seit dem Jahr 1985 gibt es diese Regelung. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74699182_quote" /><BR /><BR />„Die Gelder aus dem 8-Promille-Fonds sind eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste Einnahmequelle für die katholische Kirche“, sagt Stefan Untersulzner. Sie werden für die seelsorgliche Tätigkeit, die Priesterbesoldung, Projekte der Caritas, aber auch den Erhalt kirchlicher Kulturgüter eingesetzt. <BR /><BR />Doch der Anteil der 8 Promille, der der katholischen Kirche zukommt, sinkt seit Jahren. Parallel dazu steigen die Zuweisungen für den Staat: von 15 Prozent im Jahr 2009 auf 25 Prozent im Jahr 2021. „Der Staat bewirbt seine humanitären und sozialen Projekte. Er engagiert sich beispielsweise für Opfer von Naturkatastrophen oder für Prävention im sanitären Bereich. Das ist eine große Konkurrenz“, sagt Untersulzner.<BR /><BR /> Man kann seine „8 Promille“ aber auch anderen kirchlichen Institutionen zuweisen, etwa der Buddhistischen Union oder der Evangelischen Waldenserkirche. Diese spielen aber keine bedeutende Rolle. Im Jahr 2021 erhielt die Evangelische Waldenserkirche 3 Prozent, alle weiteren Konfessionen überschritten die 1,5-Prozent-Grenze nicht. Aktuellere Zahlen gibt es nicht.<h3> Nur jeder zweite Steuerzahlende macht Zuweisung</h3>„Das Wirtschafts- und Finanzministerium weist die 8 Promille Gelder eines bestimmten Finanzjahres erst einige Jahre später der italienischen Bischofskonferenz zu und diese verteilt sie dann unter den einzelnen Diözesen“, sagt Untersulzner. Detail am Rande: Viele Steuerzahlende weisen die 8 Promille gar nicht zu. Im Jahr 2023 waren es gar 59,3 Prozent! Das Geld wird dann – proportional zu den italienweit getätigten Zuweisungen – auf die entsprechenden Empfänger aufgeteilt. Aus den Einkünften von 2021, verrechnet im Jahr 2025, erhielt die katholische Kirche so aus dem 8-Promille-Topf über eine Milliarde Euro – bei einem Anteil vom „Kuchen“ von 68 Prozent.