Sonntag, 26. Januar 2020

Kaum noch Hoffnung auf Überlebende in der Türkei

Nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei sinkt die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Bis Sonntag wurden 35 Leichen in der am stärksten betroffenen Provinz Elazig und der Nachbarprovinz Malatya geborgen. Fast 4000 Rettungskräfte durchsuchten in der Stadt Elazig die Überreste eingestürzter Gebäude nach Überlebenden. 3 Menschen konnten im Stadtzentrum nur noch tot geborgen werden.

Die Menschen in der Türkei sind verzweifelt.
Die Menschen in der Türkei sind verzweifelt. - Foto: © APA/afp / BULENT KILIC

Bis Sonntag konnten nach Behördenangaben 45 Menschen lebend aus den Trümmern befreit werden. In der ganzen Region wurden allerdings noch insgesamt 14 Menschen vermisst, wie der Sender NTV berichtete.

Das Erdbeben der Stärke 6,8 hatte am Freitagabend die Provinz Elazig und angrenzende Gebiete erschüttert. Zentrum des Bebens war der 4000-Einwohnerort Sivrice südlich der Stadt Elazig. Auch in weiten Teilen der Osttürkei nahe der Grenzen zum Irak und Syrien waren die Erschütterungen zu spüren.

Mehr als 1600 Menschen wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad verletzt. Gesundheitsminister Fahrettin Koca zufolge wurden am Sonntag noch über hundert von ihnen im Krankenhaus behandelt, 13 davon seien lebensgefährlich verletzt.

Hoffnungen schwinden von Stunde zu Stunde

Mehr als 36 Stunden nach dem Beben und bei Temperaturen, die in der Nacht auf minus 10 Grad sinken, schwand die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. In der Stadt Elazig trugen Retter vorsichtig mit technischem Gerät und Eimern die Trümmer ab, immer darauf bedacht, einen weiteren Einsturz zu verhindern. Ein Spürhund nahm die Fährte nach weiteren Verschütteten auf.

In den Provinzen Elazig und Malataya stürzten insgesamt 80 Gebäude ein, weitere rund 650 wurden schwer beschädigt. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte am Sonntag, es werde alles unternommen, „um sicherzustellen, dass Bürger, deren Häuser eingestürzt oder beschädigt wurden, in diesem Winter nicht leiden müssen.“

Über 700 Nachbeben

Viele Bewohner trauten sich am Sonntag aus Angst vor Nachbeben noch nicht in ihre Häuser zurück. Seit Freitag wurden 714 Nachbeben registriert. Nach Behördenangaben wurden mehr als 15.000 Menschen in Turnhallen und Schulen untergebracht und mehr als 5000 Zelte aufgebaut.

In der Türkei gibt es immer wieder schwere Erdbeben, da das Land auf mehreren seismischen Platten liegt. Am 17. August 1999 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Izmit, Istanbul und anderen Orten mehr als 17.000 Menschen ums Leben gekommen. Das letzte größere Erdbeben ereignete sich 2011 in der Provinz Van. Es erreichte eine Stärke von 7,1, mehr als 600 Menschen starben.

apa/afp

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