Am 18. Mai 1867 fuhr die erste Eisenbahn von Innsbruck nach Bozen. Damals und lange Zeit danach entstanden in Europa hauptsächlich gesamtstaatliche Strecken. „Erst im Zuge der europäischen Einigung begann man grenzüberschreitend zu denken“, erzählt Andergassen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68157269_quote" /><BR /><BR /> Dieses historische Erbe ist allgegenwärtig: Signalsysteme oder die Befähigung als Lokführer sind bis heute in jedem Land anders. „Das verursacht auf der Brennerstrecke mehr Kosten, mehr Aufwand und mehr Zeit.“ Bei Flugzeugen sei die Standardsprache im Flugverkehrskontrollturm Englisch, bei Eisenbahnen werde immer in der Landessprache gesprochen. „Südtiroler Lokführer sind begehrt, weil sie aufgrund ihrer Sprachkenntnisse nicht nur in Italien, sondern auch im deutschsprachigen Raum fahren können.“ <h3> Was die EU vorhat</h3>Die Europäische Union (EU) strebt laut Andergassen einen einheitlichen Eisenbahnraum an, „Vorschriften, technische Standards oder Signalsysteme sollen harmonisiert werden“. Der Prozess sei bereits im Gange, aber langwierig und schwierig. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68160093_quote" /><BR /><BR />Gerade in Südtirol setzt man auf die Bahn, auch im Tourismus. „Die Brennerstrecke hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Im Februar startet ein neues Nachtzugprojekt, zweimal wöchentlich im Februar und im März wird ein Zug von Brüssel nach Südtirol fahren.“ <h3> BBT als Hoffnungsschimmer</h3>Es habe auch Überlegungen gegeben, Bozen an das ÖBB-Nachtzugnetz anzuschließen, aber „das ist laut der ÖBB aus logistischen Gründen schwierig“, bedauert Andergassen. Hoffnung macht der Brennerbasistunnel (BBT): Auch wenn die technischen Barrieren bleiben, wird die Fahrtzeit von Bozen nach München in Zukunft 2,5 Stunden statt 4 Stunden betragen, weil die Strecke begradigt wird und dadurch schneller gefahren werden kann. <BR /><BR /><h3> <b>Eine Auswahl: Wer wohin fährt</b></h3><b>Mit Halt in Bozen:</b> 5 Eurocities fahren pro Tag von München nach Bologna/Venedig und zurück. Täglich fährt ein Regionalzug von Trient nach Innsbruck und zurück. <BR /><BR /><b>Von Bozen:</b> 8 tägliche Verbindungen nach Rom wobei 2 darüber hinaus bis Neapel bzw. Sibari in Kalabrien weiterfahren, sowie 2 nach Mailand und zurück (eine Freccia und ein RegioExpress) . Ein Intercity-Zug fährt pro Tag von Bozen nach Bari und von Lecce nach Bozen, ein ÖBB-Schnellzug von Bozen nach Wien und zurück. Außerdem verkehren 6 Regionalexpresszüge zwischen Bozen und Bologna und wieder zurück. Am Wochenende verbindet ein Nachtzug, mit Abfahrt am Brenner, Südtirol mit Rom und umgekehrt.