Mittwoch, 29. April 2020

Kawasaki-Syndrom bei Kindern häuft sich – Zusammenhang mit Corona?

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden nahmen in den vergangenen Tagen Erkrankungen bei Kindern zu, die an das sogenannte Kawasaki-Syndrom erinnerten, eine Gefäßerkrankung, die aus unbekannter Ursache auftritt. Auch aus Spanien, Italien und der Schweiz wurden solche Fälle bei Kindern gemeldet. Ein Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus sei nicht ausgeschlossen.

Einige der Kinder in Großbritannien mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Außerdem wurden aus Spanien, Italien und der Schweiz solche Erkrankungen bei Kindern gemeldet.
Einige der Kinder in Großbritannien mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Außerdem wurden aus Spanien, Italien und der Schweiz solche Erkrankungen bei Kindern gemeldet. - Foto: © shutterstock
Auch der französische Gesundheitsminister Olivier Veran hat sich beunruhigt über das Auftreten bestimmter entzündlicher Erkrankungen bei Kindern geäußert. Pariser Ärzte hätten ihn alarmiert, weil etwa 15 Kinder aller Altersstufen unter Symptomen wie Fieber, Beschwerden im Verdauungstrakt und Gefäßentzündungen litten, die eine Herzschwäche verursachen könnten, sagte Veran am Mittwoch dem Radiosender Franceinfo. Auch Entzündungen der Herzgefäße träten mitunter auf. Todesfälle seien seines Wissens aber nicht vorgekommen, fügte der Minister hinzu.

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Am Dienstag hatte bereits der britische Gesundheitsminister Matt Hancock einige derartige Fälle bei Kindern geschildert. Die Beschwerden würden offenbar durch eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst und könnten in dem neuartigen Coronavirus und Covid-19 ihre Ursache haben, sagte Hancock.

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden nahmen in den vergangenen Tagen Erkrankungen bei Kindern zu, die an das Kawasaki-Syndrom erinnerten. Das Kawasaki-Syndrom ist eine Gefäßerkrankung, die aus unbekannter Ursache bei Kindern auftritt. Einige der Kinder in Großbritannien mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Außerdem wurden aus Spanien, Italien und der Schweiz solche Erkrankungen bei Kindern gemeldet.

Von den nun aus Frankreich und Großbritannien gemeldeten Erkrankungen waren laut Veran auch – aber nicht ausschließlich – Kinder betroffen, die positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. Es gebe noch „viele Fragen“ und nicht ausreichend Beweise, um einen Zusammenhang zwischen den Entzündungsprozessen und dem Coronavirus herzustellen. In jedem Fall nehme er die Meldungen „sehr ernst“, betonte Veran. Es herrsche derzeit eine „gewisse Beunruhigung und eine gewisse Wachsamkeit“.

Der Minister rief die Ärzte und Wissenschafter in Frankreich und allen anderen Ländern auf, auf derartige Fälle zu achten und so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen.

dpa/stol