Montag, 27. August 2018

Kehrt Schael zurück?

Bei der Ernennung des neuen Generaldirektors für den Südtiroler Sanitätsbetrieb heißt es jetzt für die Landesregierung Gas geben. Ist bis 10. Oktober kein Nachfolger für den geschassten Thomas Schael gefunden, muss ein kommissarischer Verwalter ernannt werden. Und der könnte dann wiederum Thomas Schael heißen.

Thomas Schael hat sich erneut für den Posten des Generaldirektors beworben.
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Thomas Schael hat sich erneut für den Posten des Generaldirektors beworben. - Foto: © STOL

Am Samstag hatte Schael seine erneute Kandidatur bestätigt (STOL hat berichtet).

„So weit wird es erst gar nicht kommen“, ist Landeshauptmann Arno Kompatscher überzeugt. „Wir brauchen eine Person, mit der sowohl die Arbeit als auch die Zusammenarbeit passt. Und wenn wir uns eben erst vom Generaldirektor getrennt haben, kann sich jeder selber ausrechnen, ob es eine Ära Schael 2 geben wird.“

Er gehe davon aus, dass die Kommission, die derzeit prüft, ob die Bewerber die geforderten Voraussetzungen mitbringen, der Landesregierung „ehestmöglich“ eine Liste geeigneter Kandidaten vorlegen wird. Wie berichtet, haben sich Florian Zerzer, Ressortchef von Landesrat Richard Theiner, Heinrich Corradini, Direktor der Abteilung Technik und Vermögen im Gesundheitsbezirk Bozen, Irene Pechlaner, Direktorin des Gesundheitsbezirkes Meran, sowie Christian Kofler, Personalchef im Sanitätsbetrieb, um den Job beworben und sind noch im Rennen.

Aus der Liste der geeigneten Bewerber wird die Landesregierung dann den neuen Generaldirektor auswählen. Schaels Name steht bereits automatisch auf dieser Liste, da alle Amtierenden von Amts wegen ins Führungskräfte-Verzeichnis des Landes eingetragen werden. Und via Twitter hat er schon mal erneutes Interesse am Posten bekundet.

Viel Zeit bleibt der Landesregierung für die Nachbesetzung des Generaldirektors allerdings nicht. Wie vom Gesetz vorgeschrieben, muss diese innerhalb von 60 Tagen nach der Entlassung des alten Generaldirektors erfolgen. Der entsprechende Akt war am 10. August unterzeichnet worden. Gelingt das nicht, muss ein kommissarischer Verwalter eingesetzt werden. Und dann könnte es automatisch zu einer Ära Schael 2 kommen. Dabei müsste sich die Landesregierung nämlich aus dem gesamtstaatlichen Führungskräfte-Verzeichnis bedienen. Und dort wäre Thomas Schael – er ist auch in dieser Liste eingetragen – einer der wenigen, der alle Voraussetzungen mitbringen würde.

Obwohl bislang stets beteuert wurde, man wolle dem neuen Gesundheitslandesrat keinen Generaldirektor vor die Nase setzen, bleibt Kompatscher und Gesundheitslandesrätin Martha Stocker nun wohl nichts mehr anderes übrig, will man die Ernennung eines kommissarischen Verwalters umgehen. Doch auch in diesem Punkt sieht Kompatscher kein Problem. Es gehe ja nicht um ein persönliches Verhältnis, sondern darum, dass diese Person die Vorgaben der Politik entsprechend umsetze, so der Landeshauptmann. Gerade über diesen Punkt aber scheint der bisherige Sanitäts-General gestolpert zu sein.

Für große Aufregung sorgt Schaels neuerliche Bewerbung indes bei der Opposition. Als „Gipfel der Arroganz“ bezeichnen dies die Freiheitlichen. Süd-Tiroler Freiheit und BürgerUnion schieben „dem Landeshauptmann und dessen Verhandlungsgeschick“ den Schwarzen Peter zu.

D/em

stol