Seit Jahren ist der Pfarrplatz ein Schauplatz für illegale Drogengeschäfte, Lärm und Schlägereien, vor allem in den Nachtstunden. Im Jahr 2012 begann der Pfarrgemeinderat, erste Maßnahmen umzusetzen, um dem Problem Herr zu werden. Nachdem zunächst Verschönerungsmaßnahmen getroffen wurden, mussten in einem zweiten Moment Bänke entfernt und Überwachungskameras installiert werden.<BR /><BR />„Die Situation hat sich damit aber immer noch nicht gebessert“, erklärte Elisabeth Gasser Oberkofler, Präsidentin des Pfarrgemeinderats Bozen, gestern gegenüber „S+“. Aus diesem Grund habe man sich dafür entschieden, einen Zaun aufzustellen, der den Pfarrplatz nachts schließen sollte. Die nötigen Genehmigungen von Denkmalamt und Gemeinde liegen vor, ein Architekt hat ein Projekt entworfen – doch der Zaun steht immer noch nicht.<BR /><BR /><h3> Kompatscher schlägt Plan B vor</h3>„Nachdem wir als Pfarrgemeinderat bereits Treffen mit dem Quästor, dem Bürgermeister und im Regierungskommissariat hatten, waren wir auch bei Landeshauptmann Arno Kompatscher zu Gast. Er hat uns einen Plan B für das Zaun-Projekt versprochen“, erläuterte Gasser Oberkofler. „Dieser besteht aus einem Sicherheitspaket für einen Teil des Zentrums, zu dem auch der Pfarrplatz gehören soll. Damit würde man die nächtliche Schließung vermeiden“, erklärte die Präsidentin des Pfarrgemeinderats weiter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1278639_image" /></div> Sie fügte hinzu: „Ich möchte betonen, dass das Projekt der Umzäunung vorerst nur auf Eis gelegt und nicht ganz vom Tisch ist. Sollte sich zeigen, dass das versprochene Sicherheitspaket nicht wirksam ist, werden wir auf den Zaun zurückgreifen.“ Eine Freude an einer Schließung des Pfarrplatzes hätte niemand, unterstrich Gasser Oberkofler. „Der Zaun ist unsere Ultima Ratio, die wir in Erwägung gezogen haben, weil der Zustand am Pfarrplatz nicht weiter tragbar war.“<BR /><BR /><h3> Sicherheitsdienst als Alternative zu Zaun</h3>„Ich habe dem Pfarrgemeinderat vorgeschlagen, den Sicherheitsdienst, mit dem wir ähnliche Probleme am Silvius-Magnago-Platz in den Griff bekommen haben, auch auf den Pfarrplatz und bis zum Stadttheater auszuweiten“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher gestern gegenüber „S+“. Dazu sei eine Vereinbarung mit der Gemeinde notwendig. „Ich habe mich bereits mit Bürgermeister Claudio Corrarati und Vizebürgermeister Stephan Konder getroffen und konnte sie vom Sicherheitsdienst überzeugen“, so Kompatscher weiter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1278642_image" /></div> Es sei ein Versuch, die Lösung der Einzäunung des Pfarrplatzes zu umgehen, denn „einen Zaun aufzustellen bedeutet, zu kapitulieren“, unterstrich der Landeshauptmann. Der Sicherheitsdienst solle ab Sommer sowohl tagsüber als auch nachts im Einsatz sein. In Kürze solle die Beauftragung einer Sicherheitsfirma erfolgen. „Die Kosten wird zu einem großen Teil das Land übernehmen, den Rest bezahlt die Gemeinde“, schloss Kompatscher.<BR /><BR /><h3> Zaun mit drei Zugängen geplant</h3>Das Projekt des Pfarrgemeinderats, das im Oktober genehmigt wurde, sah einen filigranen Zaun aus natürlichem Stahl am Pfarrplatz vor. Bei der geplanten Einzäunung auf beiden Seiten – an der Eisackstraße und an der Südtiroler Straße bzw. am Waltherplatz – sollte es drei Zugänge geben: ein großes Tor direkt am Dom, eine Tür vor dem Pfarrheim und einen dritten Durchgang an der Engstelle zwischen Dom und Probstei. Abends und nachts sollte der Zugang zum Platz für Berechtigte möglich bleiben, nicht aber für die Allgemeinheit.