Montag, 31. August 2015

Kein fremder Müll im "überdimensionierten" Ofen

So schnell wird im Bozner Müllverbrennungsofen kein Müll aus dem Trentino oder anderen Teilen Italiens verbrannt. Ein Gesetz verbietet das – und man wartet auf eine Antwort aus Wien. Dies berichtet die Tageszeitung "Dolomiten" in ihrer Montag-Ausgabe. Derweil kritisieren die Freiheitlichen in einer Presseaussendung den Verbrennungsofen.

Foto: Assessorat Bauen
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Foto: Assessorat Bauen

Jüngst hatte die Meldung aufhorchen lassen, dass Artikel 35 des gesamtstaatlichen „Sblocca Italia“-Dekrets vorsehe, dass die auf dem italienischen Staatsgebiet stehenden Verbrennungsöfen zu 100 Prozent ausgelastet sein müssen. Dies ist in Bozen aber eben nicht der Fall.

„Die Auslastung der Anlage in Bozen liegt derzeit zwischen 70 und 80 Prozent der Gesamtkapazität“, unterstreicht der Freiheitliche Walter Blaas in einer Presseaussendung am Montag und stellt die die überdimensionierte Ausrichtung der Verbrennungsanlage in Frage.

„Die Verwertungseinrichtung ist ermächtigt Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllähnliche Sonderabfälle zu behandeln“, erklärt der Landtagsabgeordnete, „wobei im Jahr 2013 in Südtirol von diesen Abfällen 105.544 Tonnen erzeugt wurden. Diese, in Südtirol produzierten, Mengen reichen nicht aus, um eine angemessene Auslastung zu erzielen. Das bedeutet nicht nur, dass Einnahmen ausfallen und Kosten entstehen, sondern birgt die Gefahr von Müllimporten. Davor wurde von Freiheitlicher Seite schon seit jeher gewarnt. Nun scheint es, als ob Rom die Südtiroler Anlage zur Auslastung der Kapazitäten drängen will. Das Umweltministerium verlangt, dass alle bestehenden Müllverbrennungsöfen voll ausgelastet sein müssen. Tür und Tor für Müllimporte werden dadurch geöffnet.“

Südtirol könne nicht gezwungen werden 

Ist Südtirol also gesetzlich gezwungen, Müll von unterhalb der Salurner Klause in Bozen zu verbrennen? „Nein“, entgegnet Arno  Kompatscher. Ein Landesgesetz verbiete das.

Außerdem warte man auf eine Antwort aus Wien. „Wir wollen von der Universität für Bodenkultur wissen, ob der Schadstoffausstoß deutlich abnimmt, wenn der Ofen besser ausgelastet ist“, so der Landeshauptmann.

stol/D/lu

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Einen ausführlichen Artikel dazu gibt es in der Montag-Ausgabe der Tageszeitung "Dolomiten"

stol