Montag, 10. Dezember 2018

„Kein Frieden ohne Respekt vor den Menschenrechten“

In einer Zeit, in der die Gefahr immer größer wird, dass die Menschenrechte nicht mehr allgemein anerkannt werden, appelliert die Caritas und Caritas Direktor Paolo Valente an den Geist der Menschlichkeit, an die Verantwortung der einen gegenüber den anderen, an eine Politik zur Förderung des Gemeinwohls und an die volle Solidarität unter Völkern, Generationen und unter den einzelnen Menschen.

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Foto: © shutterstock

Heute vor 70 Jahren wurde die allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet. Die Menschenrechte gehören zu den elementaren, grundlegenden Rechten, ohne die ein geordnetes “menschliches” Miteinander nicht möglich ist. Mit der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ haben die Vereinten Nationen eine Resolution verfasst, die als Absichtserklärung die darin enthaltenen Menschenrechte in möglichst allen Staaten durchsetzen und schützen will. Auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 ist die Charta verkündet worden.

Sich mit Menschenrechten auseinandersetzen

Wie Paolo Valente in einer Aussendung betont, haben die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte in der Geschichte immer wieder „zu Akten der Barbarei geführt, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen“. Umso wichtiger ist es, sich mit der Menschenrechtserklärung auseinanderzusetzen und sich zu fragen, ob heute, 70 Jahre nach der Unterzeichnung, die Würde und die Rechte aller Menschen anerkannt und gewahrt werden: weltweit, in Europa und auch hierzulande.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“: Dieser Satz im Artikel 1 der Menschenrechtserklärung ist die Grundlage für eine gemeinsame Vision von einer Menschheit, die fähig ist, Eigeninteressen, Nationalismen, Souveränismus und jede Art von Egoismus an zweite Stelle zu setzen.

„Aussagen wie Wir zuerst“, betont auch Bischof Ivo Muser, „stehen im Gegensatz zur Botschaft des Evangeliums, aber auch im Gegensatz zu den Grundwerten der Europäischen Union: Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Menschenrechte.“

„Jeder einzelne muss Verantwortung übernehmen“

Die Rechte aller können nur dann respektiert und umgesetzt werden, wenn jede und jeder Verantwortung dafür übernimmt. Das wird auch im Artikel 29 der Menschenrechtserklärung deutlich: „Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.“

In der Verfassung der italienischen Republik wird die notwendige Vereinigung von Rechten und Pflichten mit dem Wort „Solidarität“ beschrieben. Im Artikel 2 steht wörtlich „Die Republik anerkennt und gewährleistet die unverletzlichen Rechte des Menschen, sei es als Einzelperson, sei es innerhalb der gesellschaftlichen Gebilde, in denen sich seine Persönlichkeit entfaltet, und sie fordert die Erfüllung der unabdingbaren Pflichten politischer, wirtschaftlicher und sozialer Solidarität.“

„In einer Zeit, in der die Gefahr immer größer wird, dass die Menschenrechte nicht mehr allgemein anerkannt werden, appelliert die Caritas an den Geist der Menschlichkeit, an die Verantwortung der einen gegenüber den anderen, an eine Politik zur Förderung des Gemeinwohls und an die volle Solidarität unter Völkern, Generationen und unter den einzelnen Menschen“, so Valente abschließend.

stol

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