Knapp 60 Euregio-Tickets wurden bei der Südtiroler Transport Strukturen AG (STA) erworben, weitere 65 Euregio-Tickets beim Verkehrsverbund Tirol (VVT) – macht zusammen etwa 120 Tickets. Das Trentino verkauft dieses Jahresabo zur Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht; einige Trentiner haben das Ticket deshalb bei der STA erworben.<h3> Gruppe potenzieller Interessenten klein</h3> Paul Köllensperger (Team K) geht bereits jetzt davon aus, dass das Euregio-Ticket nicht der große Verkaufsschlager wird. „Euregio2Plus und Euregio Ticket Students ergeben Sinn, aber dieses Ticket ist viel zu teuer“, meint er. Zum Vergleich: Das „Euregio Ticket Students“ kostet 356 Euro, gilt ebenfalls für ein Jahr und kann von Studierenden unter 28 Jahren erworben werden. Das Euregio-Tagesticket 2Plus um 44,30 Euro hingegen hat als Zielgruppe Erwachsene mit bis zu drei Kindern unter 15 Jahren und gilt für einen Kalendertag. Köllensperger weist darauf hin, „dass schon beim Südtirol Pass nur elf Prozent der Nutzer mehr als 250 Euro im Jahr ausgeben“. Gerade einmal für diese kleine Gruppe sei das Abo Fix 365 – mit Kosten von 250 Euro jährlich – somit interessant. Und beim Euregio-Ticket sei die Gruppe potenzieller Interessenten noch weit kleiner.<h3> Grüne: „Euregio-Ticket kostspielig“</h3>Für Brigitte Foppa (Grüne) ist das Euregio-Ticket „als Zusatzangebot in Ordnung“, aber es sei kostspielig. „Abgesehen von den Studierenden bewegen sich nicht sehr viele Leute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb der Europaregion“, konstatiert Foppa. „Nur wenige pendeln von Rovereto nach Innsbruck.“ Öffentlicher Verkehr müsse komfortabel, aber auch „preislich zugänglich sein“, betont Foppa.<BR />Bernhard Zimmerhofer (STF) hatte bereits im Dezember den hohen Preis kritisiert – ein Jahresticket für ganz Spanien sei günstiger. <BR />STA-Geschäftsführer Joachim Dejaco glaubt, dass das Euregio-Ticket für eine Sterzinger Krankenschwester, die an der Uniklinik Innsbruck arbeitet, interessant sein kann – oder für einen Akademiker aus Südtirol, der an der Uni Innsbruck doziert. Die „Hemmschwelle“, so ein Euregio-Ticket zu kaufen, sei bei Bürgern des Bundeslandes Tirol sehr viel kleiner als bei Südtirolern: Südtiroler müssen bei einem Kauf des Euregio-Tickets nämlich um 500 Euro draufzahlen im Vergleich zum Abo Fix365, welches um 250 Euro erhältlich ist. Das KlimaTicket Tirol, mit dem alle Öffis im Bundesland Tirol ein Jahr lang verwendet werden können, kostet 590 Euro. Das Euregio-Ticket ist dann „nur“ mehr 160 Euro teurer. <h3> Zahlen noch „wenig aussagekräftig“</h3>Der Verkehrsverbund Tirol in Innsbruck hält die bisherigen Verkaufszahlen noch für wenig aussagekräftig, „da viele Kunden zunächst ihre bestehenden Jahrestickets nutzen und erst nach Ablauf des alten Zeittickets einen Neukauf tätigen“. <BR />Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider verteidigt den Euregio-Ticket-Preis: Weniger zu verlangen als 750 Euro sei nicht möglich – „das kann man auch von den Tirolern nicht verlangen. Tiefer als auf 750 Euro konnten sie nicht runtergehen. Die Tiroler sind uns entgegengekommen und wir den Tirolern“. Man habe dieses Ticket „nicht als einen Riesenverkaufsschlager“ konzipiert, berichtet der Landesrat. Das Euregio-Ticket sei immerhin billiger als zwei Einzeljahresabos in Südtirol und dem Bundesland Tirol. Und das Ganze diene auch dazu, die Systeme zu integrieren im Hinblick auf die neuen Eisenbahnverbindungen. Wenn der Brennerbasistunnel fertiggestellt sei, dann werden noch mehr Bürger dieses Angebot annehmen, ist Alfreider optimistisch.