Samstag, 01. Dezember 2018

Kein Mammografie-Termin für Brustkrebspatientin

Die erfolglose Odyssee einer Brustkrebs-Patientin aus Bozen auf der Suche nach einem Termin für eine notwendige Kontroll-Mammografie zeigt, dass beim Vormerkungssystem im Sanitätsbetrieb einiges im Argen liegt. Da hieß es nämlich: Erster freier Termin in Bozen und Meran erst ab 2020. Einziger Ausweg: Privatvisite, bezahlt aus eigener Tasche.

Die Frau musste sich privat behandeln lassen. (Symbolbild)
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Die Frau musste sich privat behandeln lassen. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock

Es ist der Ehemann der über 60-jährigen Frau, der die Begebenheit in einem Brief dem Tagblatt „Dolomiten“ schildert. „Bei meiner Frau wurde im November 2017 nach einer Mammografie und nachfolgender Biopsie ein Karzinom in der Brust diagnostiziert. Im Dezember 2017 wurde meine Frau dann in Bozen operiert, mit anschließenden Therapien und Bestrahlung“, schreibt der Mann der Betroffenen.

Wartezeit liege bei über einem Jahr

Heuer Anfang Juni – nach einem Kontrolltermin bei der behandelnden Onkologin im Bozner Spital – weist diese die Brustkrebspatientin an, sich noch heuer einer Mammografie zu unterziehen. „Nach dem Verlassen der Onkologin gehen meine Frau, die die Ticketbefreiung 048 für Menschen mit Krebserkrankung hat, und ich umgehend zum Vormerkschalter im Spital. Dabei wird uns mitgeteilt, dass sowohl in Bozen als auch im Krankenhaus Meran die Wartezeiten für eine Mammografie über ein Jahr betragen. So wird uns geraten, in der Vormerkstelle in Brixen anzurufen“, schreibt der Mann. Das Paar tut dies dann auch und bekommt einen Termin für November 2018.

Odyssee geht weiter

Und wieder eine Enttäuschung: „Rund 10 Tage vor dem Termin im November kommt ein Anruf aus Brixen, dass zu diesem Termin kein Arzt da sein und der Mammografie-Termin auf 19. Dezember verschoben werde. Also entscheiden wir uns, in Bozen einen privaten Mammografie-Termin samt Ultraschall vorzumerken. Innerhalb von 8 Tagen haben wir einen bekommen – mit kompetenter Ärztin obendrein“, schreibt der Mann.

Vom privaten und aus eigener Tasche bezahlten Mammografie-Termin wieder daheim, ruft die Brustkrebs-Patientin erneut bei der Vormerkstelle im Bozner Spital an, um wenigstens für 2019 den nächsten Mammografie-Termin vorzumerken. „Die Antwort der Vormerkstelle: Für 2019 gibt es keine freien Termine mehr, und für 2020 könne man sich erst ab dem 15. Dezember vormerken. Heißt das, dass wir auch weiterhin die Folgeuntersuchungen aus eigener Tasche bezahlen oder gar nach Trient ausweichen müssen?“, fragt der Ehemann.

Was der Sanitätskoordinator am Bozner Spital, Dr. Roland Döcker, zu dem Fall sagt, lesen Sie in der Wochenendausgabe der „Dolomiten“. 

D

stol