Donnerstag, 19. März 2020

Kein Platz für die Toten in Bergamo: Militär transportiert Särge ab

Kaum eine italienische Stadt ist so stark vom Coronavirus betroffen wie Bergamo. Die Zahl der Toten ist so hoch, dass der städtische Friedhof überfüllt ist, die Bestattungsunternehmen sind überlastet. Nun müssen die Särge abtransportiert werden.

Mit Militär-Lkws müssen die Särge aus Bergamo in die Nachbarregionen transportiert werden, wo sie eingeäschert werden.
Mit Militär-Lkws müssen die Särge aus Bergamo in die Nachbarregionen transportiert werden, wo sie eingeäschert werden. - Foto: © ANSA / Filippo Venezia
4300 Personen sind in Bergamo mit dem Coronavirus infiziert worden.

Die Zahl der Todesopfer in den ersten 2 Wochen im März war um das Vierfache höher als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres.

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Genaue Anzahl der Covid19-Todesopfer nicht klar

Die Zahl der Toten stieg am Mittwoch auf 553, 93 mehr als am Dienstag.

Diese Zahl sei jedoch lediglich eine Schätzung: Wie Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori erklärt, würden viele Menschen an Covid19-Symptomen sterben, bevor sie eindeutig auf das Coronavirus getestet werden können.

Nun sind auf dem städtischen Friedhof die Plätze für die Särge ausgegangen, Bestattungsunternehmen in Bergamo mussten Anfragen wegen Überlastung ablehnen.

Rund 30 Militär-Lkw mussten 65 Leichname in Särgen zum Einäschern in Nachbarregionen bringen, unter anderem nach Modena, Domodossola und Piacenza.

Gori bat Italien um Unterstützung und sprach von einem „tragischen Moment“ für die Stadt.

Wegen Mangels an medizinischem Personal droht die am Donnerstag geplante Eröffnung eines Feldkrankenhauses auf dem Messegelände von Bergamo verschoben zu werden.

Pensionierte Ärzte und Krankenpfleger sowie ehrenamtliche Helfer sind zum Einsatz aufgerufen.

apa/liz